10:06 15 Oktober 2018
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    Okianwa-Protest am 19. Juni 2016. Demonstarnten tragen Masken des Premierministers Shinzo Abe und US-Präsidents Barack Obama

    US Army raus! - Zehntausende Japaner protestieren auf Okinawa - VIDEO

    © AP Photo/ AP Photo/Shizuo Kambayashi
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    Über 60.000 Einwohner der japanischen Präfektur Okinawa fordern immer aktiver den Abzug der amerikanischen Truppen von der Insel. Die aktuellen Proteste sollen die größten seit 20 Jahren sein, wie die Agentur Reuters meldet.

    Anlass für die Demonstrationen ist die Festnahme eines US-Army-Angehörigen wegen Mordes an einer Japanerin. Örtliche Medien schätzen die Teilnehmerzahl auf 65.000.

    „Der Protest markiert einen neuen Tiefpunkt für die Vereinigten Staaten und den japanischen Premierminister Shinzo Abe in ihren Beziehungen zu der Insel“, schreibt Reuters. Die Pläne der USA, ihren Luftstützpunkt in einen dünner besiedelten Teil der Insel zu verlegen, könnten durch die Massendemos behindert werden.

    Ende Mai hatte der US-Militärsoldat Justin Castellanos die Vergewaltigung an einer japanischen Touristin in Okinawa eingeräumt.

     

    Zuvor war auf der Insel bereits der 32-jährige US-Militärangehörige Kenneth Franklin Shinzato vom US-Militärstützpunkt Kadena festgenommen worden. Dem Amerikaner wird vorgeworfen, die Japanerin Rina Simabukuro zuerst getötet und dann ihre Leiche versteckt zu haben. Laut Medienangaben hat Shinzato den Mord bereits gestanden. Außerdem sollen in seinem Auto Blutspuren des Opfers gefunden worden sein. Auf Okinawa gibt es aufgrund dieser Ereignisse gegenwärtig immer wieder Massenproteste gegen die Präsenz der US Army.

    1995 wurde die Insel bereits von ähnlich massiven Proteste erschüttert, als ein zwölfjähriges Mädchen von drei US-Soldaten auf brutale Weise entführt und vergewaltigt worden war. Trotz aller Versprechen seitens der japanischen Regierung und der Vereinigten Staaten, ist die Futenma-Militärbasis damals nicht verlegt worden.

    Okinawa stellt nur 0,6 Prozent des japanischen Territoriums dar, trotzdem befinden sich dort 74 Prozent der US-Militärobjekte und mehr als die Hälfte aller US-Streitkräfte in Japan. Laut der Präfektur Okinawa befinden sich auf der Insel 25.800 amerikanische Militärangehörige und 19.000 Mitglieder ihrer Familien sowie Zivilisten aus den USA.

     

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    Tags:
    US-Militärstützpunkt, Okinawa, Japan, USA