16:42 17 Juni 2019
SNA Radio
    US-Soldaten im Anti-IS-Kampf in Rakka

    „Meuterei“ im US-Außenministerium: „Sie tun alles, um Assads Sieg zu verhindern“

    © AFP 2019 / Delil Souleiman
    Politik
    Zum Kurzlink
    Kampf gegen den IS (813)
    4114279

    Nachdem mehr als 50 Mitarbeiter des US-Außenministeriums das Weiße Haus zu einem Militäreinsatz gegen Baschar Assad aufgefordert haben, beschäftigen sich russische Analysten mit den Hintergründen.

    Russischer Su-34-Bomber beim Einsatz gegen den IS in Syrien
    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation
    Der russische Politik-Experte Alexander Sotnitschenko sagte im Radiosender Kommersant FM: „Die Beamten des US-Außenministeriums haben den Standpunkt der meisten amerikanischen Staatsmänner zum Ausdruck gebracht. Demnach darf Baschar Assad keineswegs als Washingtons Verbündeter oder Dialogpartner betrachtet werden. Natürlich werden sie Assad immer wieder für die Situation in Syrien verantwortlich machen. Assads Abgang soll alle Probleme lösen. Falls seine Truppen allmählich siegen, werden die Amerikaner alles tun, um das zu verhindern. Das sehen wir nun.“

    Den Brief an Barack Obama hatten 51 Mitarbeiter des US-Außenministeriums unterzeichnet. Sie befürworten einen US-Militäreinsatz gegen das Assad-Regime, weil dieses die sunnitische Mehrheit bombardiere und verhungern lasse. Wenn man Assads „gravierende Verbrechen“ nicht stoppe, werde die Terrorgruppe IS ideologisch noch stärker, heißt es im Brief, aus dem mehrere US-Zeitungen in der vergangenen Woche zitierten. 

    Mehr zum Thema: Der Syrien-Einsatz Russlands und der USA im Vergleich

    Alle, die den Brief unterschrieben, arbeiten auf der mittleren Organisationsebene. Offizielle Sprecher des US-Außenamtes wie John Kirby bestätigten zwar, dass es den Brief gibt, wollten aber keine Details mitteilen. Die russische Onlinezeitung vz.ru hält dies für eine Art Theateraufführung „im gewohnten Stil der US-Politik“.

    „Erstens gewinnt das US-Außenministerium mit solchen ‚Meutereien‘ den Ruf einer Institution, die für verschiedene Meinungen offen sei und die besten Intellektuellen beschäftige, die ihrerseits trotz ihrer Karriere fähig seien, den Chefs zu widersprechen (…) Zweitens tritt der Außenminister selbst im Rahmen der Diskussion quasi in den Hintergrund, und zwar mit der bequemen Ausrede, dass die Initiative nicht von ihm, sondern von seinen Mitarbeitern ausgehe“, kommentiert vz.ru.  

    Mehr zum Thema: Türkischer Außenminister: „US-Soldaten sollen IS-Abzeichen tragen“

    Die russische Politik-Expertin Karine Geworgjan kommentierte für Kommersant FM, Obama sei schon mehrmals mit dem Vorschlag konfrontiert worden, einen Militäreinsatz gegen Assad zu starten. Doch er werde diesen Einsatz kaum wagen.

    „In Bezug darauf gibt es ein ernsthaftes Zerwürfnis zwischen dem Pentagon und der CIA. Denn die Militärs wollten bei den Aktivitäten in Syrien mehr Koordination mit Russland, während die Position der CIA anders ist. In diesem Fall vertritt das US-Außenministerium eher eine Position, die der CIA-Haltung wahrscheinlich näher ist. Wie soll man dies aber umsetzen? Das ist eine Frage. Soll es sich etwa um einen Heereseinsatz handeln? Einen Heereseinsatz irgendwo zu befehlen, hat Obama wohl am wenigsten Lust“, so Geworgjan.

    Im Kommentar von vz.ru heißt es weiter, die US-Diplomatie gestehe eigentlich ihre Unfähigkeit, den Stand der Dinge in Syrien mit den ihr zugänglichen Mitteln zu ändern. Das Außenministerium bitte nun die US-Armee um Hilfe, um sie dann für Chaos und Verluste verantwortlich zu machen: „Die Mitarbeiter des US-Außenministeriums leugnen direkt die deklarierten Ziele des ‚Kampfes gegen den Terrorismus und den islamischen Extremismus‘, indem sie erneut die Regierung in Damaskus als Hauptobjekt eines Militäreinsatzes  betrachten.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Kampf gegen den IS (813)

    Zum Thema:

    Putin mit USA einig: Oppositionelle müssen in aktueller syrischer Regierung mitwirken
    Syrien: Nato und USA gehen allmählich zu „Plan B“ über
    USA nähern sich Russland in Sachen Syrien an - Medien
    Kreml: Kein Syrien-Geheimpakt mit USA
    Tags:
    CIA, Terrormiliz Daesh, Karine Geworgjan, John Kirby, Barack Obama, Alexander Sotnitschenko, Baschar al-Assad, Syrien, USA