10:55 16 Dezember 2019
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    Überwachung des Moskauer Himmels, August 1941

    Lehren aus Hitler-Überfall auf UdSSR: „Treubruch führt nicht immer zu Erfolg“

    © Sputnik / Anatoly Garanin
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    Der Überfall der Hitler-Truppen auf die Sowjetunion jährt sich am Mittwoch zum 75. Mal. Die UdSSR siegte – und wurde sofort mit dem Kalten Krieg konfrontiert. Aus jenen Geschehnissen müssen Lehren gezogen werden, wie es auch in einem „Wsgljad“-Kommentar heißt.

    Dort heißt es: „Der 22. Juni ist ein Tag der Erinnerung und Trauer. Wir denken an jenen hitzigen Sonntag im Jahr 1941 zurück, als die Hitler-Truppen ihren ersten Schlag gegen unser Land erteilt hatten.“

    „Man kann lange (und leider sinnlos) diskutieren, wer schuld war an den äußerst schweren Verlusten der ersten Kriegstage, als die vorrückenden Nazis die sich zurückziehende Rote Armee manchmal überholten (so entstanden die ersten Partisanen-Verbände). Wer ist am meisten daran schuld, dass bei weitem nicht alle und nicht alles ins Hinterland evakuiert werden konnten? Millionen Menschen landeten in der Okkupation. Die sowjetischen Verluste unter den Zivilisten waren mindestens dreimal so hoch wie die unter den Soldaten“, so der Kommentar.

     

    Der Schock dauerte lange an – nahezu ein halbes Jahr, bis hin zur Schlacht um Moskau: „Die nächsten langen – praktisch unendlichen – dreieinhalb Jahre rückte die Rote Armee in Richtung Berlin vor.“ 

    „Der 22. Juni erinnert daran, dass man auch in der heutigen Welt immer auf einen Angriff gefasst sein muss – unabhängig davon, welche Friedensverträge unterzeichnet sind. Aber auch daran, dass Treubruch und ‚Präventivschlag‘ nicht unbedingt zu Erfolg führen“, so der Kommentar. Zum Zeitpunkt des Kriegsbeginns hatte ein Nichteingriffspakt zwischen Berlin und Moskau bestanden. 

    „In einer wirklich schweren Situation lohnt es sich nicht, vollständig auf Verbündete zu bauen. Zwar ist dies kein Anlass für Zweifel, dass die US-Lieferungen im Sinne des Leih- und Pachtgesetzes sowie weitere Hilfen seitens der Alliierten wirklich  nützlich waren: Ihnen gilt ein aufrichtiger Dank. Doch man sollte auch nicht vergessen, dass die Normandie-Landung erst am 6. Juni 1944 erfolgte, als kaum mehr Zweifel an Hitlers Niederlage bestanden“, heißt es weiter.

    „Wie schon mehrmals in der Geschichte verkraftete Russland den schwersten Schlag und siegte – und viele andere kamen, als bereits Trophäen zu holen waren. ‚Was, die Franzosen auch?‘ Das soll entweder Wilhelm Keitel oder Alfred Jodl gesagt haben, als die Sieger die Kapitulation der Deutschen entgegennahmen. Diese historische Anekdote ist eigentlich nicht so witzig, wie sie zu sein scheint“, schreibt die russische Onlinezeitung „Wsgljad“. 

    Mehr zum Thema: Teilnehmerländer des Zweiten Weltkriegs wissen nichts von Rolle der Roten Armee

    Und weiter heißt es: „Die Sowjetunion besiegte Deutschland – und wurde sofort, praktisch ohne Atempause mit dem Kalten Krieg konfrontiert, der die Welt in zwei Teile spaltete (…) Die gestrigen Alliierten tüftelten ernsthaft an Plänen zur nuklearen Zerstörung sowjetischer Großstädte. An Zivilisten dachte dabei natürlich niemand.“

    Die genaue Zahl der sowjetischen Opfer im Krieg gegen Nazi-Deutschland steht bis heute nicht absolut fest: „Meistens ist von 27 Millionen Toten die Rede (…) Kein anderes Land der Welt erlitt derart schwere Verluste wie die Sowjetunion. Daran müssen wir uns ewig erinnern – und dürfen nicht zulassen, dass sich ein solcher Krieg wiederholt.“

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    Tags:
    Adolf Hitler, USA, UdSSR