09:13 25 Januar 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Die Europäische Investitionsbank (EIB) will zusätzlich sechs Milliarden Euro für Projekte außerhalb des EU-Territoriums einsetzen, um den Flüchtlingsstrom nach Europa zu begrenzen, wie am Mittwoch die Süddeutsche Zeitung berichtet.

    Dabei geht es laut der SZ vor allem um Jordanien, den Libanon, Ägypten und die Maghreb-Staaten, die die Fluchtursachen vor Ort bekämpfen sollen. Zu den bislang von der EU-Bank vorgesehenen 7,5 Milliarden Euro sollen in den nächsten fünf Jahren zusätzlich sechs Milliarden Euro investiert werden.

    „Es ist auch entscheidend, dass Europa jene Länder unterstützt, die eine große Zahl an Flüchtlingen aufgenommen haben", sagte EIB-Präsident Werner Hoyer gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

    Mit den EU-Mitteln sollen neue Schulen gebaut, das Gesundheitssystem der Länder verbessert und Trinkwasser zugänglich gemacht werden. Die EU wolle die Lage vor Ort verbessern, damit die Menschen nicht mehr aus rein wirtschaftlichen Gründen nach Europa fliehen, so die SZ.

    Dass der Vorschlag von den europäischen Staats- und Regierungschefs in der kommenden Woche in Brüssel angenommen wird, ist EU-Diplomaten zufolge groß.

    „Die Initiative der Europäischen Investitionsbank in den südlichen Nachbarstaaten und Westbalkanländern wird dabei helfen, Investitionen in den Partnerländern zu fördern“, so der Entwurf der Schlussfolgerungen des EU-Gipfels zum Punkt „Migration“.

    Am Montag hatte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR seinen Jahresbericht „Globale Tendenzen“ vorgelegt: Danach betrug die Zahl der Migranten im Jahr 2015 insgesamt 65,3 Millionen, sechs Millionen mehr als im Vorjahr. Weltweit entfällt heute auf 121 Menschen ein Flüchtling. Die Bundesrepublik hat dem Bericht zufolge 2015 zwei Millionen Asylanträge angenommen.

    Europa, darunter vor allem Deutschland, erlebt gegenwärtig die größte Migrationskrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs, ausgelöst vor allem durch mehrere bewaffnete Konflikte und die Wirtschaftsprobleme in Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas. Laut Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex sind im Jahr 2015 mehr als 1,8 Millionen Migranten in der Europäischen Union eingetroffen.

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    Finanzhilfe, Flüchtlingskrise, UNHCR, EIB, Deutschland, Jordanien, Ägypten, Libanon, Europa