20:03 15 Juli 2020
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    Im Berliner Dom hat am Mittwoch eine Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion stattgefunden. Unter den Anwesenden waren Vertreter der Öffentlichkeit, Abgeordnete und Mitglieder des deutschen Bundestags, Mitarbeiter der russischen Botschaft, Veteranen-Antifaschisten und Kirchenvertreter.

    Den Empfang der Gäste anlässlich dieses traurigen Datums bezeichnete Volker Faigle, der Vorsitzende des Domkollegiums, bei der Eröffnung der Feier als „große Ehre und Pflicht“.

    Als Katastrophe für die Menschheit nannte den Zweiten Weltkrieg auch Wladimir Grinin, der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland. Eine noch größere Katastrophe sei Dank dem Heldenmut des sowjetischen Volkes, das seine Heimat verteidigte und dazu sich selbst zum Schutz der anderen aufopferte, verhindert worden, so Grinin.

    „Der einzige Weg, eine Erosion dessen zu verhindern, was uns näherbringt und von Selbsttäuschung und feindseligem Fanatismus fernhält, ist das Erhalten des historischen Gedächtnisses“, fügte der russische Diplomat hinzu.

    Der Zweite Weltkrieg sei ein Vernichtungskrieg gewesen, betonte Stanislaw Tillich, Präsident des Bundesrates und Ministerpräsident des Freistaates Sachsen. Die Ereignisse dieser Zeit dürften nicht zu politischen Zwecken verwendet werden, ein Schlussstrich könne und solle nicht gezogen werden, so Tillich.

    „Russland ist von Europa nicht wegzudenken. Deshalb ist es so wichtig, dass wir einander entgegentreten und den Dialog pflegen“, sagte Tillich.

    Alle Auseinandersetzungen ließen sich mithilfe politischer und diplomatischer Mittel lösen, erklärte der Bundesrats-Präsident.

    Der Abend wurde mit einem Orgel-Gedenkkonzert abgeschlossen. Der bekannte russische Organist Prof. Rubin Abdullin spielte Werke deutscher und russischer Komponisten, darunter Johann Sebastian Bach, Dmitri Schostakowitsch, Johannes Brahms, Oleg Jantschenko und Felix Mendelssohn-Bartholdy.

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    Tags:
    Wladimir Grinin, Stanislaw Tillich, Berlin, Deutschland