11:20 16 Dezember 2019
SNA Radio
    EU

    Nach Brexit: Mit Juncker, Schäuble und Schulz am Ruder drohen Fliehkräfte - Gauland

    © Flickr / Derek Bridges
    Politik
    Zum Kurzlink
    Was wird mit dem Brexit? (340)
    41266
    Abonnieren

    Sollten Menschen wie der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der EZB-Chef Mario Draghi, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble oder EU-Parlamentspräsident Martin Schulz das Sagen in der EU bekommen, ist nach dem Brexit mit weiteren Fliehkräften zu rechnen, wie der AfD-Vize Alexander Gauland gegenüber Sputniknews äußerte.

    Zuvor hatte der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dementiert, dass der Brexit der Anfang vom Ende der EU sein könnte.

    Auf die Frage, ob die Kritik der AfD sowie Alexander Gaulands gegen das supranationale System in Europa oder persönlich gegen die Politik von Juncker gerichtet sei, antwortete der AfD-Politiker wie folgt:

    „Das ist eine Mischung. Es betrifft die Verteidigung des supranationalen Systems in Europa, aber auch bestimmte Äußerungen von Herrn Junker. Ich habe ja eine erwähnt: ‘Wenn es ernst wird, muss man lügen‘ (Dieses Zitat stammt von Jean-Claude Juncker aus der Eurokrise im Jahr 2011. So begründete er damals sein Dementi über ein geplantes Geheimtreffen einiger EU-Finanzminister zur Lage in Griechenland und einem möglichen Grexit- Anm. der Redaktion). Ich halte ihn in der Politik zum Teil für unmoralisch“, sagte er.

    Es sei nun schwierig zu beurteilen, ob es Nachfolger abgesehen von den Gründerstaaten geben wird.

    „Das kann man heute nicht voraussagen. Wir hatten ja vor kurzem die holländische Entscheidung gegen dieses Abkommen mit der Ukraine zu goutieren. Ja, es kann sein, dass die Fliehkräfte zunehmen. Es kann aber auch sein, dass einige vernünftige Leute in der EU daraus was lernen“, betonte der AfD-Vize.

    Am ersten Tag könne man so etwas aber nicht voraussagen. Wenn die EU aufhöre „sich als Staat zu gebärden und alle an falschen Regeln festzuhalten“,  könnte etwas daraus werden. 

    „Wenn aber die Leute wie Juncker oder Draghi, Herr Schäuble oder Herr Schulz das Sagen bekommen in der EU, dann, fürchte ich, gibt’s diese Fliehkräfte“, fügte er hinzu.

    Weiter äußerte sich Gauland bei einer Pressekonferenz auch zu dem Freihandelsabkommen. Seiner Meinung nach werden die TTIP-Verhandlungen wahrscheinlich „schief gehen.“

    „Ich bin aus geostrategischen Gründen gegen die TTIP, weil das wieder ein Abkommen ist, das an den russischen Grenzen Halt macht und  keine europäische Friedensordnung zustande bringt, sondern die Welt wieder aufteilt“, so der Politiker.

    Es sei anzunehmen, dass die TTIP an sich selbst zusammenbreche uns scheitere.

    Was jedoch Großbritannien angehe, so müsste man alles erst einmal abwarten. „Sehen sie sich andere Länder wie Norwegen oder die Schweiz an. Ich glaube nicht, dass England auf Dauer einen Einbruch erlebt. Natürlich wird es Übergangsschwierigkeiten geben. Es ist klar, dass das Pfund jetzt erst Mal gefallen ist, das ist ganz normal“,

    Die Engländer sowie die Tory-Partei müssten sich nun erst selber zusammenrütteln und einen Nachfolger finden, fügte er hinzu.

    Zuvor hatte Gauland geäußert, dass die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel der Hauptgrund für den EU-Austritt Großbritanniens ist.

    „Ich glaube, Frau Merkel hat mit ihren offenen Grenzen die Briten aus der Europäischen Union vertrieben", sagte der Partei-Vize am Freitag in Berlin. Der Politiker unterstrich jedoch, die AfD wolle keine Kampagne für einen EU-Austritt Deutschlands starten.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Was wird mit dem Brexit? (340)

    Zum Thema:

    Brexit: Deutsche Industrie erwartet harte Folgen für Handel mit Großbritannien
    Schließung von Basen für US-Militär? Pentagon-Sprecher nimmt zu Erdogans Drohung Stellung
    Assad: USA verkaufen Türkei von syrischen Ölfeldern gestohlenes Erdöl
    Tags:
    TTIP, EU, Alexander Gauland, Mario Draghi, Wolfgang Schäuble, Martin Schulz, Jean-Claude Juncker, Großbritannien, Deutschland