16:48 19 Januar 2018
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    Brexit verursacht neue Neokolonialismus-Welle – Politologe

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    Die Entscheidung der Briten, aus der EU auszutreten, ist mit imperialistischen Ambitionen des Inselstaates zu erklären, wie Mehdi Parsa, afghanischer Publizist und Politik-Experte, in einem Sputnik-Interview sagte. London wolle selbstständig in einer Reihe mit Supermächten wie Russland, China und den USA stehen.

    Der Brexit werde die Positionen der EU deutlich abschwächen. Der Mechanismus der EU-Arbeit, wo Großbritannien einen wichtigen Platz einnahm, sei nun gestört worden. 

    „Großbritannien hat einen Präzedenzfall geschaffen. Schon darin besteht eine Gefahr für die EU, da viele weitere Mitgliedsländer Brüssel im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise in der Euro-Zone sowie wegen des ungelösten Migrantenproblems viel vorzuwerfen haben“, so Parsa. Es gäbe noch weitere Probleme, diese jedoch seien die wichtigsten. 

    „Großbritannien spielte eine wichtige Rolle in der EU. Das Königreich sollte bis auf weiteres einen bedeutenden Beitrag bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise in Italien und Griechenland leisten“, sagte der Experte. Ein Ausstieg aus der EU sei ein Zeichen dafür, dass diese Aufgabe nicht effizient gelöst worde. „Nun werden die EU-Länder immer öfter in Richtung Russland schauen.“ 

    „Großbritannien wird in Afghanistan als Okkupant und Kolonisator wahrgenommen, der seine Ansprüche nicht aufgeben wird“, sagte Parsa weiter.

    Für die Briten eröffne der Ausstieg aus der EU die Möglichkeiten, eine unabhängige Politik zu machen, an Stärke zu gewinnen und eigene Bedingungen zu diktieren. Und dies besonders auch gegenüber den Territorien in den Orten, wo Großbritannien historisch einen starken geopolitischen Einfluss hatte. 

    „Der Ausstieg Großbritanniens wird eine weitere Welle von Neokolonialismus hervorrufen“, so der afghanische Politologe. 

     

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    Tags:
    Ambitionen, Supermächte, Neo-Kolonialismus, Imperialismus, Brexit, EU, Mehdi Parsa, Europa, Großbritannien, Afghanistan, USA, Russland, China
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