18:13 14 August 2018
SNA Radio
    Nigel Farage und Jean-Claude Juncker im EU-Parlament in Brüssel

    Juncker zu EU-Skeptiker Farage: „Warum sind Sie hier?“

    © REUTERS / Eric Vidal
    Politik
    Zum Kurzlink
    Was wird mit dem Brexit? (339)
    22879

    Das EU-Parlament ist nach dem Brexit-Votum in Großbritannien zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Den Auftritt des Chefs der britischen Ukip, Nigel Farage, quittierten die Abgeordneten Medienberichten zufolge mit Pfiffen und Buhrufen.

    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker forderte Großbritannien zum schnellen Handeln auf. „Ich möchte, dass Großbritannien seine Position klärt“, sagte Juncker. Als er erklärte, man müsse das demokratische Votum der Briten zum Brexit respektieren, applaudierten die Ukip-Abgeordneten, und allen voran Nigel Farage. 

    „Das ist das letzte Mal, dass Sie hier applaudieren“, sagte darauf Juncker auf Englisch. „Ich bin wirklich überrascht darüber, dass Sie hier sind. Sie haben für den Austritt gekämpft. Das britische Volk hat für den Austritt gestimmt. Warum sind Sie hier?“, so Juncker weiter. Diesmal applaudierte alle anderen Abgeordnete im EU-Parlament.

    Parlamentspräsident Martin Schulz musste während des kurzen Auftritts des Ukip-Chefs das Plenum mehrmals beruhigen.

    Während seiner Rede bezeichnete Farage das Brexit-Votum als „Erdbeben“, dem auch weitere EU-Mitglieder folgen würden.“Großbritannien wird nicht der letzte Mitgliedstaat sein, der die EU verlässt“, so der Ukip-Chef.

    Doch noch vor Beginn der Sitzung sagte er zu britischen Journalisten:„Wir haben den Krieg gewonnen, nun müssen wir die friedlichen Beziehungen (zur EU) gewinnen. Wir wollen gute Freunde, gute Nachbarn und gute Handelspartner sein.“

    Farage forderte, dass nach dem Brexit mit „einer vernünftigen und erwachsenen Haltung“ ein neues Abkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Parlament geschlossen werden solle, so Spiegel-Online.

    „Wir werden Euer bester Freund auf der Welt sein“, zitiert Spiegel Farage. Doch schickte der Ukip-Chef schnell eine Warnung hinterher: Sollte es keine solche Vereinbarung geben, wären die Konsequenzen für die EU viel schlimmer als für sein Land.

    Am vergangenen Donnerstag hatten sich 51,9 Prozent der Briten bei einer Volksabstimmung für den Ausstieg aus der EU ausgesprochen. Daraufhin kündigte Premier David Cameron seinen Rücktritt an. Jüngsten Meldungen zufolge soll sein Nachfolger schon Anfang September feststehen.

    Themen:
    Was wird mit dem Brexit? (339)

    Zum Thema:

    Wachsende Ungleichheit – einer der Gründe für den Brexit
    Wenn das Herz „brexit“: Dating-App für einsame 48-Prozent-Briten
    Tusk, Juncker, Merkel? – auf der Suche nach den Brexit-Schuldigen
    Brexit erreicht Berlin: Groko-Mehrheit eingebrochen - Umfrage
    Tags:
    Sitzung, Austritt, Brexit-Referendum, Nigel Farage, Jean-Claude Juncker, Brüssel, Großbritannien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren