02:48 23 November 2017
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

    Erdogan versöhnt sich mit Israel und sucht Frieden mit Russland

    © AP Photo/ Murat Cetinmuhurdar/Presidential Press Service
    Politik
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    Die türkische Führung betonte immer, sie wolle "Null Probleme" mit ihren Nachbarn haben, was nicht unumstritten ist, besonders wenn man das türkische Verhalten im Syrien-Konflikt in Betracht zieht. Israel und Russland haben zwar keine gemeinsamen Grenzen mit der Türkei, zählten aber zu den wichtigen (strategischen) Partnern des Landes am Bosphorus.

    Jedoch geriet Erdogan in Konflikt mit dem Kreml nach dem Abschuss der russischen Militärmaschine. Die Beziehungen des türkischen Präsidenten zu Israel lassen seit Jahren zu wünschen übrig.

    Die Ereignisse der letzten Tage deuten allerdings darauf hin, dass das türkische Staatsoberhaupt eine Normalisierung der Beziehungen zu beiden Ländern anstrebt. Erfolgreiche Verhandlungen mit Israel und Erdogans Entschuldigung für den Abschuss des russischen Militärjets liefern Beweise dafür, dass die türkische Führung pragmatischer wird.

    Versöhnung mit Russland: Abschuss war „keine Absicht“

    In einem Brief an den russischen Präsidenten drückte der türkische Präsident sein Bedauern über den Abschuss eines russischen Bombers durch die türkische Luftwaffe aus. Er betonte, die Maschine sei nicht mit Absicht abgeschossen worden.

    Erdogan wolle die Beziehungen zu Russland normalisieren, so Ibrahim Kalin, Berater und Sprecher des türkischen Präsidenten. Er brauche Russlands Unterstützung, um regionale Probleme zu lösen und den Terrorismus zu bekämpfen.

    Ende der Eiszeit mit Israel:

    Die Türkei geriet in Konflikt mit Israel nach dem Angriff auf den türkischen Hilfskonvoi durch Israel. Damals kamen neun Türken ums Leben. Dies führte zum Ende der fruchtbaren Zusammenarbeit in vielen Bereichen. Später haben sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwar deutlich verbessert, von einer vollständigen Wiedergutmachung war allerdings keine Rede: Die Forderung der Türken nach einem Ende der Gaza-Blockade wurde nicht erfüll; die Hamas-Vertretung in der Türkei war ein Dorn im Auge Israels. Obwohl es beiden Ländern immer noch schwerfällt, Kompromisse miteinander einzugehen, bemühen sich beide Seiten um Aussöhnung, was sie auch auf der außenpolitischen Ebene demonstrieren.

    Es lässt sich nicht leugnen, dass die Türkei mit ihrem Versuch, die Beziehungen zu beiden Ländern zu normalisieren, eingesteht, dass ihre Außenpolitik der letzten Jahre von gigantischen Fehlern und Missgeschicken geprägt war. Obwohl Erdogans Anhänger weiterhin glauben, er sei einer der größten Politiker weltweit, ist die türkische Außenpolitik nach dem Prinzip "Null Probleme mit den Nachbarn" gescheitert, wovon auch die schlechten Beziehungen zu anderen Nachbarländern — Ägypten, Irak, Iran und Syrien — zeugen.

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Israel, Russland
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