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18:59 21 Juli 2019
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    US-Zerstörer „Gravely“Wachschiff „Jaroslaw Mudry“

    Nach Vorfall mit russischem Kriegsschiff: „Zeigen die USA, wer der Herr im Haus ist?“

    © Foto : U.S. Navy/James Turner © Sputnik / Igor Zarembo
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    Nachdem ein US-Zerstörer im Mittelmeer sich einem russischen Kriegsschiff gefährlich genähert hat, bescheinigen Politiker in Moskau dem Pentagon provokatives Vorgehen, das keineswegs zur Entspannung beiträgt. Die US-Marinepräsenz im Mittelmeerraum nimmt unterdessen zu.

    Franz Klinzewitsch, Vizechef des Ausschusses für Verteidigung und Sicherheit im Föderationsrat, dem russischen Oberhaus, kritisierte, das Vorgehen des US-Zerstörers sei eine Provokation gewesen, denn ein solches Manöver könne auf eine Havarie hinauslaufen.  

    „Die Amerikaner werden natürlich behaupten, dass wir gegen etwas verstoßen haben sollen. Doch in diesem Fall handelt es sich um eine Fortsetzung jenes Paradigmas, bei dem destruktive Vorgänge erzeugt werden – vor allem im Medienfeld um Russland“, sagte Klinzewitsch, wie der TV-Sender Swesda berichtet.  

    Mehr zum Thema: Blick aus China: „US-Streben nach Hegemonie widerspricht realen Möglichkeiten“

    Auch aus der Staatsduma, dem Unterhaus, kamen ähnliche Einschätzungen. Andrej Krassow, Vizechef des dortigen Verteidigungsausschusses, sagte: „Dass die Amerikaner versuchen, die russischen Streitkräfte weiter zu provozieren, ist ein seit langem bestehender Fakt. Provokationen gibt es sowohl in der Luft als auch auf See. Dazu noch fanden mehrmals Militärübungen nahe den russischen Grenzen statt. All dies trägt keineswegs zur Entspannung bei, sondern schürt nur die Krise zwischen unseren Ländern.“

    Der Vorfall hatte sich am17. Juni im östlichen Teil des Mittelmeers ereignet. Der amerikanische Zerstörer USS Gravely fuhr nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums nur 60 bis 70 Meter links am russischen Wachschiff „Jaroslaw Mudry“ vorbei. Dann kreuzte er das russische Schiff, wie es hieß, „in der gefährlichen Distanz von 180 Metern“.

    Russlands Verteidigungsministeriums betonte, die „Jaroslaw Mudry“ sei in internationalen Gewässern unterwegs gewesen und habe keine gefährlichen Manöver gegenüber dem US-Zerstörer vorgenommen. Dieser habe also grob gegen die auf See geltenden Regeln und die Grundsätze der Schifffahrt-Sicherheit verstoßen.

    Fotos: US-Flugzeugträger „Harry S. Truman“ im Mittelmeer

    Nun kommentiert der russische TV-Sender im Hinblick auf das Vorgehen des US-Zerstörers: „Wollte man etwa zeigen, wer ‚der Herr im Haus‘ ist, oder bloß mit den Waffen rasseln? Die derzeitige Routinemission des russischen Wachschiffs erfolgt übrigens ohnehin vor dem Hintergrund einer deutlich zugenommenen Präsenz der US-Navy im Mittelmeer. Dort hält sich insbesondere der Flugzeugträger USS Harry Truman auf, die USS Dwight Eisenhower ist neulich dazu gekommen.  Wie die offizielle Version lautet, nimmt die amerikanische Armada an den Angriffen gegen den ‚Islamischen Staat‘ im Irak und in Syrien teil. Inoffiziell stärkt sie die Positionen der Demokraten im Vorfeld der US-Präsidentenwahl.“ 

    Der Sender zitierte den russischen Militärexperten Michail Timoschenko mit den Worten, das provokative Vorgehen der US-Navy ziele letztendlich darauf ab, die US-Gesellschaft und die Regierung in Washington auf den Gedanken zu bringen, dass die Vereinigten Staaten mehr Kriegsschiffe brauchen und mehr Geld für diese Zwecke ausgeben sollen.

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