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18:11 16 Juli 2019
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    Befehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko

    „Landesverrat“, „Sabotage“, „Aggressionskrieg“: Kiew klagt russischen Admiral an

    © Sputnik / Konstantin Tschalabow
    Politik
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    Die ukrainische Militärstaatsanwaltschaft hat eine Anklageschrift gegen den Befehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, an das Gericht übergeben, wie aus einer Pressemitteilung der Behörde vom Donnerstag hervorgeht.

    Auf der Webseite der Militärstaatsanwaltschaft wird des Weiteren berichtet, dass die vorgerichtliche  Untersuchung bereits abgeschlossen sei und dem russischen Admiral nun die „Verletzung der territorialen Integrität“, „Anstiftung zum Landesverrat“, „Vorbereitung einer Sabotage“ und das „Führen eines Aggressionskrieges“ vorgeworfen werde.

    Die ukrainische Militärstaatsanwaltschaft hatte im April bekannt gegeben, den Befehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, wegen „Verdachts auf schwere Verbrechen“ zum Verhör nach Kiew vorgeladen zu haben. Dass Witko als russischer Admiral nur dem Verteidigungsminister und dem Obersten Befehlshaber von Russland untersteht, scheint die Kiewer Justiz nicht zu stören. Der russische Admiral hat nach eigenen Worten keinerlei Vorladungen bekommen.

    Moskau bezeichnet den Affront aus Kiew als „absurdes Theater“.

    Die ukrainische Behörde wirft dem russischen Admiral unter anderem vor, im Frühjahr 2014 „bewusste Handlungen mit dem Ziel einer Veränderung der ukrainischen Grenzen“ unternommen zu haben.

    Ende Mai hatte der ukrainische Haupt-Militärstaatsanwalt Anatoli Matios mitgeteilt, dass Ukrainische Ermittler den russischen Admiral bereits dreimal vorgeladen hätten, doch Witko nicht erschienen sei. Der Staatsanwalt  hält dem russischen Admiral vor, „sich vor den ukrainischen Ermittlungs- und Gerichtsbehörden zu verstecken“.

    Witko befehligt seit April 2013 die russische Schwarzmeerflotte, deren Hauptstützpunkt sich seit mehr als 230 Jahren in Sewastopol (Krim) befindet. Während Witkos Amtszeit als Flottenchef trat die Krim im März 2014 — nach gut zwei Jahrzehnten in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland bei, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte.

    Anlass für das Referendum war der Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition den Präsidenten Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung aufgestellt hatte. Die neue ukrainische Regierung erkennt weder den Volksentscheid der Krim-Bevölkerung noch die Abspaltung der Halbinsel an.

    Militärexperten rechnen Witko als Verdienst an, dass die Krim-Krise im Frühjahr 2014 unblutig beendet wurde: Der Admiral habe Provokationen unterbunden und eine gefährliche Entwicklung verhindert. Auf der Krim waren zu dem Zeitpunkt mehr als 18.000 ukrainische Soldaten stationiert. Die meisten von ihnen wechselten schließlich auf die Seite Russlands über.

     

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    Tags:
    Wiedervereinigung der Krim mit Russland, Krim-Referendum, Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, Anatoli Matios, Krim, Russland, Ukraine