03:13 15 Dezember 2019
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    Attatürk-Flughafen in Istanbul nach dem Anschlag

    Wegen Annäherung an Russland: Türkei wird mit Anschlägen eingeschüchtert

    © REUTERS / Murad Sezer
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    Extremisten der Terrormiliz „Islamischer Staat“, deren Positionen in Syrien und im Irak zunehmend schwächer werden, haben die Türkei zu ihrem Hauptziel gemacht, schreibt das Online-Magazin Al-Monitor.

    Laut nicht genannten Quellen in den türkischen Sicherheitsorganen wollen die Terroristen mit ihrem Anschlag auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul möglicherweise die Regierung in Ankara, die ihre Syrien-Politik stark ändert, einschüchtern.

    Der türkische Premier Binali Yildirim verkündete, dass die gesammelten Indizien auf eine Beteiligung des „Islamischen Staates“ an dem Anschlag hinweisen.

    „Diese Terroranschläge hängen mit der Syrien-Politik der Türkei und der starken Wende in den Beziehungen zu Russland und Israel zusammen. Die vermutlichen Drahtzieher des Anschlags wollen Ankara ihre Botschaft übermitteln – ‚Seid vorsichtig. Falls der Druck auf uns steigt, werdet ihr einen hohen Preis dafür zahlen müssen‘“, heißt es im Artikel.

    Zuvor hatte sich der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, in einer Botschaft an seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin für den Abschuss des Su-24-Kampfjets entschuldigt, bei dem der russische Pilot Oleg Peschkow ums Leben kam. Damit erfüllte Ankara die von Moskau gestellten Bedingungen – es entschuldigte sich und begann den Gerichtsprozess gegen den voraussichtlichen Mörder des Piloten.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan
    © REUTERS / Kayhan Ozer/Presidential Palace

    Erdogan rief ebenfalls zur Wiederherstellung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern auf und betonte, dass er sich mit dem russischen Präsidenten am Rande des G20-Gipfels in China im September treffen werde. Putin beauftragte seinerseits die Regierung, Verhandlungen mit den türkischen Kollegen zur Kooperation im handelswirtschaftlichen und anderen Bereichen aufzunehmen.

    Nach Angaben von Al-Monitor stammen mindestens zwei Attentäter aus Zentralasien, wahrscheinlich aus Usbekistan, und konnten von halbautonomen Zellen des „Islamischen Staates“ vorgehen, die sich nicht völlig dem einheitlichen IS-Kommando unterordnen.

    Die türkischen Behörden bestätigten am Donnerstag, dass der Anschlag am Istanbuler Flughafen von Terroristen verübt wurde, die aus Usbekistan, Russland und Kirgisien stammen.

     

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    Terroristen, Attentäter, Botschaft, Piloten, SU-24, Terroranschlag, Terror, Anschläge, Drahtzieher, IS, Islamischer Staat, Oleg Peschkow, Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdogan, Binali Yildirim, Usbekistan, Syrien, Ankara, Istanbul, Russland, Türkei