06:13 24 Oktober 2020
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    Angesichts der Veröffentlichung von Daten zum montenegrinischen Zigarettenschmuggel nach Libyen hat der Chef einer oppositionellen Partei in Montenegro die Rolle des Ministerpräsidenten Đukanović in der Schmuggelaffäre kommentiert und auf seine Beziehungen zu den US-Geheimdiensten hingewiesen.

    Laut dem Chef der oppositionellen Partei „Umwandlungsbewegung", Nebojša Medojević, ist der Zigarettenschmuggel „unter der Protektion" der Staatsführung nicht neu. Er existiere bereits seit 1993, und angesichts dieser Ereignisse wurde Milo Đukanović 2004 vom Obersten Kassationsgerichtshof  Italiens schuldig gesprochen.

    „Das Urteil sollte einen Haftbefehl nach sich ziehen — dennoch trat es niemals in Kraft wegen des Drucks der internationalen Geheimdienste, vor allem der US-amerikanischen Geheimdienste, die darauf bestanden, den Fall zu den Akten zu legen", wie Medojević in einem Interview für Sputnik sagte.

    Medojević verwies auch auf die engen Beziehungen Đukanovićs zu einer einflussreichen Person aus dem Sicherheitsumfeld im Nahen Osten. „ Nach einigen Angaben handelt es sich um den sogenannten ‚Schwarzen Agenten‘ der US-amerikanischen Geheimdienste, der für CIA-Sonderoperationen im Nahen Osten verantwortlich ist und mit dem Vizechef der Streitkräfte der Vereinigten Arabischen Emirate Scheich Muḥammad bin Zāyid Āl Nahyān verbunden ist."

    Somit tauche noch eine Frage auf, nämlich die Frage von Zigarettenlieferungen aus der Sonderwirtschaftszone in Dubai über den montenegrinischen Hafen Bar nach Kosovo und weiter nach Serbien und in die EU.

    Laut Medojević stehen hinter den Terrororganisationen in Libyen, die in das „Zigarettengeschäft" verwickelt sind, die US- Geheimdienste.

    „Leider wurde Montenegro zu einer Plattform für die Aktivitäten der amerikanischen Geheimdienste, die für Sonderoperationen im Nahen Osten verantwortlich sind. Von hier aus werden Waffen und Zigaretten ausgeführt. Unter Đukanović ist Montenegro auf den Grund gesunken und hat sich in sehr gefährliche geheime Operationen involviert, was ihm jedenfalls nichts nützen wird", sagte er.

     

    Die Veröffentlichung der Angaben des „Dossiers Rauch" bei der „Deutschen Welle" stufte Medojević als „Druck westlicher Geheimdienste auf Đukanović" ein. Sie ziele bei weitem nicht auf den Abbruch der Lieferungen ab, sagte er.

    „Das wird getan, damit Đukanović sich beeilt, etwas zu tun, was er wahrscheinlich für die USA noch nicht getan hat. Oder vielleicht signalisiert man ihm damit: Wenn er versucht, die Beziehungen zu Moskau zu normalisieren, droht ihm der politische Tod."

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    Tags:
    Terroristen, Zigarette, Schmuggel, Terrormiliz Daesh, Deutsche Welle, CIA, Milo Ðukanović, Milo Djukanović, Italien, Libyen, Nordafrika, Montenegro