03:23 03 Juni 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Ein Garten, der dem schweren Schicksal der Flüchtlinge gewidmet ist, ist bei der Hampton Court Flower Show in London präsentiert worden. Das Anlegen des Gartens hat die UN-Agentur für Flüchtlinge finanziert.

    Die Blumenschau in dem Londoner Vorort Hampton ist vom 5. bis 10. Juli geöffnet.

    „Der Garten ‚Border Control‘ stellt die Humanität der Grenzsperren für Menschen infrage, die flüchten müssen, um ihr Leben zu retten“, heißt in einer entsprechenden Pressemitteilung. „In der Mitte des Gartens liegt eine blühende fruchtbare Wiese, die von einer Grube umgeben ist. Von außen ist um die Wiese Stacheldraht gespannt, der zeigt, wie schwer es ist, eine offizielle Einreiseerlaubnis zu bekommen. Auf dem Stacheldraht sind Gegenstände zu sehen, die von Mitarbeitern der UN-Flüchtlingsagentur auf den griechischen Inseln gesammelt wurden: Rettungswesten, Rucksäcke, verlorene Spielzeuge und persönliche Dinge, die von der schweren Reise und dem Leben in der Ungewissheit zeugen. Auf den Steinen versuchen ein paar Pflanzen, zu überleben und ein Exil zu finden, wobei sie riskieren, an Hunger und Durst zu sterben.“

    Hampton Court Flower Show
    © Sputnik / Denis Voroshilov
    Hampton Court Flower Show

    Einen bedrückenden Eindruck vermitteln auch die Wächter am Garteneingang. Auffallend ist, dass die „Einwohner“ des „Paradiesgartens“ von britischen Pflanzen verkörpert werden, während für das britische Klima untypische Pflanzen die Flüchtlinge symbolisieren.

    Mehr zum Thema: Briten tragen Sicherheitsnadeln als Symbol der Solidarität mit Migranten

    Den Garten haben die Londoner Landschaftsdesigner John Ward und Tom Massey kreiert und angelegt.

    „Bei der Entwicklung des Designs des Gartens ließen wir uns von den Flüchtlingen inspirieren, die ihre Länder wegen des schrecklichen Konfliktes dort verlassen mussten“, erzählten die beiden. „Es ist furchtbar, zu denken, dass mehr als eine Million Menschen einverstanden waren, ihr Schicksal den Menschenschmugglern zu überlassen, die sie über das Mittelmeer beförderten. Tausende von ihnen konnten ihr Ziel nicht erreichen. Die ganze Welt wurde vom Foto eines ertrunkenen dreijährigen Jungen an einem türkischen Strand erschüttert.“

    Hampton Court Flower Show
    © Sputnik / Denis Voroshilov
    Hampton Court Flower Show

    An der Einrichtung des Gartens hatten sich viele junge Flüchtlinge beteiligt, die im Südwesten der britischen Hauptstadt leben.

    „Border Control“ ist nicht der einzige Garten, der sozialen Problemen gewidmet ist. Ein anderer Garten heißt „Peacemaker“ und verfolgt das Ziel, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Probleme der Menschen in verschiedenen Konfliktregionen zu ziehen.

    „In dem Garten gibt es viele Pflanzen, die wir jeden Tag in unserem Garten sehen, die aber gefährlich und sogar giftig sein können“, heißt in der Beschreibung. „Neben dem Kardiogramm, dem das Design des Gartens ähnelt, verkörpern diese Pflanzen die Schönheit des Lebens, das aber oft gefährlich und fragil ist.“

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    Tags:
    Migranten, Tom Massey, John Ward, London