08:36 09 Dezember 2019
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    RIMPAC 2016Ein russisches Schiff der Balzam-Klasse

    Vermutlich russisches Spionageschiff nahe Hawaii: „Warum auch nicht?“

    U.S. Navy / Joseph M. Buliavac © Wikipedia / Alex omen
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    Die US-Navy, die jetzt ein internationales Großmanöver nahe Hawaii organisiert, hat den Aufenthalt eines russischen Aufklärungsschiffs in der Nähe gemeldet. Nun spekulieren Experten, um welches Schiff es konkret gehen könnte. Laut US-Analysten intensiviert die russische Kriegsflotte derzeit Aktivitäten von dieser Art.

    Nach Angaben der Vereinigten Staaten hat Russland ein Aufklärungsschiff entsandt, um das US-geführte Großmanöver RIMPAC 2016 nahe Hawaii zu beobachten. Clint Ramsden, Sprecher der U.S. Pacific Fleet, sagte USNI News, ein russisches Schiff der Balzam-Klasse (Nato-Codename)  sei in diesem Meeresgebiet eingetroffen: „Seine Präsenz hat den Ablauf der Übungen nicht beeinflusst. Wir haben alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um unsere kritisch wichtigen Informationen zu schützen.“

    Der russische Militärexperte Wladimir Jewsejew sagte der Onlinezeitung gazeta.ru: „Ich verstehe nicht, wieso die Amerikaner staunen. Alle beobachten ständig einander – es gibt dabei nichts Ungewöhnliches (…) Die Amerikaner beobachten ja ebenfalls auf verschiedene Weise Übungen der  russischen Streitkräfte.“

    Das groß angelegte internationale Marinemanöver RIMPAC findet seit 1971 statt – in der Regel alle zwei Jahre. Organisiert wird sie von der Pacific Fleet der USA. Russland hatte ein einziges Mal daran teilgenommen, und zwar im Jahr 2012. Dafür ist China diesmal mit dabei.

    Jewsejew kommentierte: „Ich glaube nicht besonders daran, dass die USA und China im Hinblick auf eine eventuelle Aggression durch Russland üben könnten.“ Die Übung ziele offenbar darauf ab, für eine Interaktion bei anderen Situationen zu trainieren.

    Um welches russische Spionageschiff es konkret geht, teilte die US-Navy nicht. Laut Quellen von USNI News handelt es sich vermutlich um das Aufklärungsschiff SSW-80 Pribaltika der russischen Pazifikflotte. Der russische Codename für diese Schiffsklasse ist Projekt 1826 Rubidij. Solche Schiffe waren noch während der Sowjetzeit in der Ostsee-Exklave Kaliningrad gebaut worden.

    Wladimir Komojedow, Leiter des Duma-Ausschusses für Verteidigung und Ex-Chef der russischen Schwarzmeerflotte, kommentierte für gazeta.ru: „Das Manöver findet in neutralen Gewässern statt – niemand kann russischen Kriegsschiffen verbieten, sich dort aufzuhalten und zu beobachten. Warum auch nicht, wenn diese Übungen für Russland vom Interesse sind?“ Generell könne aber nur das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigen bzw. dementieren, ob ein russisches Schiff dort wirklich weile, hieß es.  

    Mehr zum Thema: Schwarzes Meer: Stratfor sagt weitere Zuspitzung zwischen Russland und Nato voraus

    Das diesjährige RIMPAC-Manöver soll bis zum 4. August dauern. Geübt wird sowohl nahe Hawaii als auch vor der kalifornischen Küste. Zum Einsatz kommen 45 Überwasserschiffe, fünf U-Boote, mehr als 200 Flugzeuge und Hubschrauber. Rund 25.000 Mann aus insgesamt 26 Ländern sollen insgesamt beteiligt sein, wie die russische Onlinezeitung lenta.ru berichtete.

    Während des Kalten Krieges hatten sich sowjetische Aufklärungsschiffe oft nahe der US-Küste geweilt, um Informationen zu sammeln oder Übungen wie RIMPAC zu beobachten. Die entsprechenden Aktivitäten des postsowjetischen Russland waren bis vor kurzem nicht so intensiv, wie Experten von USNI News sagen. Deshalb sei die aktuelle Mission eines russischen Aufklärungsschiffs ungewöhnlich, erläuterte der US-Marineexperte Bryan Clark.

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    Tags:
    RIMPAC 2016, Clint Ramsden, Wladimir Jewsejew, Russland, USA