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23:54 22 Oktober 2019
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    Flugabwehrraketensystem vom Typ Patriot

    China und Russland im Visier der US-Raketenabwehr: „Beleg für Amerikas Eigensucht“

    © AFP 2019 / Kim Jae-Hwan
    Politik
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    Südkoreas Entscheidung, US-Raketenabwehrsysteme THAAD aufzunehmen und bis Ende 2017 in Dienst zu stellen, ist in Peking und Moskau sofort auf Kritik gestoßen. China und Russland glauben kaum, dass sich das Projekt lediglich gegen Nordkorea richtet.

    Chinesische Auslandsexperten kritisieren das Vorgehen der USA. So schreibt Hua Yiwen in einem Kommentar, den die Zeitung „Renmin Ribao“ am Montag in ihrer Onlineausgabe veröffentlichte: „Das Raketenabwehr-System THAAD, das die USA in Südkorea unter dem Vorwand der nordkoreanischen Atom-Bedrohung aufbauen, richtet sich in Wirklichkeit gegen China und Russland.“

    „Das Streben nach einer entscheidenden militärischen Überlegenheit ist ein maßgeblich wichtiges Instrument für die USA. Der Aufbau der Raketenabwehr in Europa und Asien spiegelt diese Denkweise der Vereinigten Staaten wider“, postuliert Hua Yiwen.

    US-Raketenabwehr THAAD
    © Foto : US Missile Defense Agency
    Der Raketenschild in Südkorea werde den strategischen Interessen Chinas, Russlands und weiterer Länder im Sicherheitsbereit ernsthaft schaden. Die Reichweite des Systems sei deutlich größer als der Schutz vor Nordkorea erfordere, hieß es.

    Dieses Vorgehen der USA könne das globale System der strategischen Stabilität stören und eine Runde des Wettrüstens provozieren: „Die USA wollen bei Bedarf nicht nur überlegene Kräfte für präventive Attacken haben, sondern auch andere Länder um die Möglichkeit eines Gegenschlags bringen. Den USA soll dadurch ein strategischer Bewegungsraum gesichert werden.“ 

    Mehr zum Thema: China tritt erneut gegen US- Raketenabwehrsysteme in Südkorea auf

    „Der THAAD-Aufbau in Südkorea schadet dem Asien-Pazifik-Raum. Das ist ein weiterer Beleg für die Eigensucht der USA, die die Sicherheits-Interessen anderer Länder missachten, aber auch dafür, dass die diplomatischen Aktivitäten und die Sicherheitspolitik der USA eher neue Probleme in den jeweiligen Regionen schaffen, als bei der Lösung der bestehenden Probleme helfen“, so Hua Yiwen.

    Der russische Fernost-Experte Wassili Kaschin sagte der Tageszeitung „Kommersant“, das THAAD-System sei nicht nur in der Lage, ballistische Raketen in 200 Kilometer Entfernung abzuschießen, sondern verfüge auch über ein starkes Radar mit einer Reichweite von bis zu 1.000 Kilometer.

    „Damit kann das Radar von Südkorea aus einen Teil des russischen Fernen Ostens und des chinesischen Nordostens ins Visier nehmen“, so Kaschin. Dies sei für Chinas besonders sensibel. Nahe der koreanischen Grenze befänden sich chinesische Raketen, die gegen Japan gerichtet seien. Nun liege die Flugbahn dieser Raketen innerhalb der THAAD-Reichweite.   

    Mehr zum Thema: China und USA auf Konfrontationskurs

    Das russische Außenministerium hatte bereits das THAAD-Projekt kritisiert: „Ein solches Vorgehen – mit welchen Argumenten es auch begründet werden mag – beeinflusst aufs Negativste die globale strategische Stabilität, von der man in Washington so gerne redet.“

    Ähnlich äußerte sich der chinesische Vizeaußenminister Zhang Yesui: „Die THAAD-Aufstellung in Südkorea stört die strategische Balance in der Region und trägt keineswegs zum Schutz von Frieden und Sicherheit in Nordostasien bei.“

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    Tags:
    Luftabwehrsystem THAAD, Zhang Yesui, Wassili Kaschin, Hua Yiwen, Russland, China, USA