02:44 19 September 2020
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    London will das Vereinigte Königreich in einen „dummen Konflikt“ mit Russland hineinsteuern. Dies wird, wie zuvor auch der Irak-Einmarsch und die Intervention in Libyen, bereitwillig von der Bevölkerung unterstützt, schreibt der Kolumnist der „Daily Mail“, Peter Hitchens.

    „Um Gottes willen! Lasst die erbärmliche Blair-Kreatur in Ruhe! Er wird niemals verstehen können, was er angestellt hat“, kommentiert Hitchens den Chilcot-Bericht, der in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen weltweit sorgte und den ehemaligen Labour-Premierminister Tony Blair wegen des Irakkrieges unter Druck setzt.

    Wenn die Briten wissen wollten, wer tatsächlich an der Irak-Katastrophe schuld sei, sollten sie einfach in den Spiegel schauen, betont der Kolumnist.

    Er selber sei stets gegen den Einmarsch in den Irak gewesen, die Mehrheit der Briten aus der Mittelklasse seien aber „bereitwillig in die Irre geführt“ worden. Dabei hätte man damals kein Prophet sein müssen, um zu erkennen, dass die Gefahr erfunden, der Krieg illegitim geführt wurde und dass er im Grunde keine Angelegenheit Großbritanniens gewesen sei.

    Seine Medienkollegen, die jahrelang trainiert worden seien, alles zu bezweifeln, hätten ohne Bedenken „den von der Regierung servierten Fraß geschluckt“. Auch die Bevölkerung würde von Mal zum Mal nichts daraus lernen.

    „Wie viele angeblich verantwortungsbewusste Wähler wurden jetzt durch den Versuch veräppelt, uns in einen dummen Konflikt mit Russland – ein Land, von dem fast niemand in Whitehall etwas weiß oder versteht – hineinzusteuern?“, so der Journalist.

    Seiner Ansicht nach hätten genauso viele Menschen den Konflikt in Libyen unterstützt und wären von den Vorschlägen zur Bombardierung von Syrien begeistert gewesen.

    „Wladimir Putin wurde zum neuen Hitler getauft. Niemand, der etwas über Russland weiß, denkt, dass das wahr ist. Aber vor ein paar Wochen haben wir mehr oder weniger heimlich britische Truppen in die Ukraine entsandt – in ein Land, mit dem wir in keiner Weise verbündet sind, das zudem auch noch ein Kriegsschauplatz ist“, betont er.

    Er könne sich zumindest an keine Anfragen an das Parlament erinnern, die die Rapid-Trident-Übung hinterfragt hätten.

    Nun habe das Vereinigte Königreich auch noch kurzerhand den „bescheuerten Entschluss” gefasst, 650 Soldaten nach Estland und Polen zu entsenden und dies als eine „Antwort auf die russische Bedrohung“ dargestellt, obwohl es dafür keinerlei Beweise gäbe. Zudem Polen außer der kleinen Exklave Kaliningrad nicht einmal eine gemeinsame Grenze mit Russlandhabe.

    „Wenn wir nicht vorsichtig genug sind, dann werden wir durch unsere übertriebenen Ängste und den Glauben an unsere Propaganda einen Krieg entfachen. Jeder, der unter diese Definition fällt, hat kein Recht, Blair zu kritisieren. Ihr seid nicht besser als er. Er und seinesgleichen würden das alles ohne eure Hilfe nicht erreichen“, schließt Hitchens.

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    Tags:
    Propaganda, Krieg, NATO, Tony Blair, Großbritannien, Libyen, Russland, Irak