16:22 20 April 2019
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    Petersburger Dialog: „Chance auf normalere Phase der Beziehungen“ - Pofalla

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    Politik
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    Als einziges offizielles Dialogforum in Zeiten der Sanktionen trägt der Petersburger Dialog besondere Verantwortung, wie Ronald Pofalla, deutscher Co-Vorsitzender des deutsch-russischen Gremiums, sagt: „Wir haben die Chance, die unterschiedlichen Positionen auszutauschen und dafür zu werben, wenigstens die andere Position zu verstehen.“

    In einem Interview für die Nachrichtenagentur RIA Novosti im Vorfeld der Tagung des Dialogs sagte Pofalla:

    „Wir sind in einer Phase, die wahrscheinlich als die schwierigste seit 1990 angesehen werden kann. Und dennoch haben wir die Chance, wenn wesentliche Teile des Minsk-2-Abkommens umgesetzt werden können, wieder in eine normalere Phase der Beziehungen zurückzukommen.“

    Zugleich meinte er, dass „die Sanktionen des Westens gegen Russland zum jetzigen Zeitpunkt unausweichlich“ seien. 

    Auf seine Aktivitäten im Petersburger Dialog eingehend, betonte der Ex-Kanzleramtsminister: „Ich habe für mich Wert darauf gelegt, in dieser veränderten Situation das Bestmögliche daraus zu machen. Und mein Eindruck ist, dass der Petersburger Dialog heute auf russischer wie auf deutscher Seite einen ganz intensiven Austausch ermöglicht.“

    Das Hauptthema des bevorstehenden Treffens lautet „Russland und Deutschland im Angesicht globaler Herausforderungen“. „Wichtige politische Vertreter unserer Länder werden in Petersburg mit uns reden“, fügte Pofalla hinzu.

    Als eine  „sehr schöne Entwicklung“ bewertete er, dass „der Dialog bunter, meinungspluraler auf beiden Seiten geworden ist“.  Die Zahl der Arbeitsgruppen sei von acht auf zehn vergrößert worden.  „Die russische Seite hat zunehmend auch mehr Vertreter der NGOs auf ihrer Seite“, stellte Pofalla fest. 

    „Zum ersten Mal seit vier Jahren tagen wir wieder in Russland“, betonte er. „Wir tagen als Petersburger Dialog in Sankt Petersburg, und es ist eine wunderschöne Begebenheit. Wir nutzen den Dialog dann auch noch, um eine gemeinsame Gedenkveranstaltung und gemeinsame Kranzniederlegung vorzunehmen, um an das Datum des Kriegsausbruches vor 75 Jahren zu gedenken. Das ist eine wichtige und notwendige Geste.“

    Nach seiner persönlichen Motivation gefragt, als deutscher Co-Vorsitzender des Gremiums in den jetzigen schweren Zeiten zu agieren, antwortete Pofalla:  „Mein Vater war in russischer Kriegsgefangenschaft und hat mir sehr viel über den Zweiten Weltkrieg, aber auch über seine Gefangenschaft in Minsk und später in Russland erzählt. Und wenn er mir ein Vermächtnis von Jugend an mitgegeben hat, dann, dass es nie wieder zu einem Krieg zwischen unseren beiden Völkern kommen darf. Er wird jetzt in zwei Monaten 91, und bis jetzt ist es seine feste Überzeugung.“

     

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    Tags:
    Herausforderung, Sanktionen, Minsker Abkommen, Petersburger Dialog, RIA Novosti, Roland Pofalla, Deutschland, Russland