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09:23 15 Oktober 2019
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    Ein Flugplatz auf der Inselgruppe im Nordpolarmeer

    Militär-Modernisierung im Norden: „Erstmals im gegenwärtigen Russland“

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    Politik
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    Russland erschließt Arktis (171)
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    Nachdem das russische Verteidigungsministerium seine Pläne zur Modernisierung der Militär-Infrastruktur in der Arktis bekräftigt hat, klären Experten über die aktuellen Aufgaben auf. Es geht nicht nur um rein militärische Optionen, sondern auch darum, die dortige Umwelt zu schützen.

    Der russische Militärexperte Viktor Murachowski sagte im Radiosender Kommersant FM, Russland brauche eine Modernisierung seiner arktischen Flugplätze. Das Verteidigungsministerium habe allerdings nicht vor, die Truppen in der Region drastisch aufzustocken.

    „An Stelle von unbefestigten Pisten aus der Sowjetzeit entstehen nun mancherorts richtige Flugplätze, Start- und Landebahnen mit Hartbelag. Ein System wird aufgebaut, um die Lage im Luftraum zu kontrollieren. Ausgehend von der aktuellen geostrategischen Situation reichen diese Maßnahmen aus“, so Murachowski.

    Der Militärexperte Viktor Litowkin erläuterte: „Das Arktis-Problem ist vielseitig. Einerseits beschäftigt sich das Verteidigungsministerium mit der Arktis, um jenen Schmutz zu beseitigen, der sich dort seit 70 oder 80 Jahren angehäuft hat, und zwar verrostete Fässer, Schiffswracks und so weiter. Andererseits ist die Arktis an Bodenschätzen sehr reich. Öl, Gas, seltene Metalle sind unsere Reichtümer, die erschlossen werden sollen – wenn nicht heute, dann morgen oder übermorgen“.

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    Arkadi Tischkow, Vizechef des Geografie-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, sagte der Tageszeitung „Iswestija“, den Lufttransporten komme eine besondere Rolle bei der Erschließung der russischen Arktis zu: „Ohne Flugplätze in allen Sektoren der Region wäre es unmöglich, die nationale Sicherheit zu gewährleisten.“

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    Nach Angaben des Blattes werden derzeit Anlagen der Militär-Infrastruktur auf sechs arktischen Inseln errichtet, mindestens fünf Flugplätze gebaut bzw. modernisiert. Der Flugplatz auf dem Franz-Josef-Land soll künftig beispielsweise in der Lage sein, Tankflugzeuge des Typs Il-78 aufzunehmen.

    Russlands stellvertretender Verteidigungsminister Timur Iwanow hatte in der vergangenen Woche gesagt, es sei geplant, noch vor Jahresende die wichtigsten Arbeiten zum Aufbau einer arktischen Militär-Infrastruktur zu leisten. Diese ermögliche aber bereits jetzt, militärische Aufgaben zu erfüllen. Die Arbeit werde auch später laufen.

    „Der Bau in der Arktis ist ein Projekt, der in Sachen Logistik, Transport und Arbeit vor Ort beispiellos ist. Erstmals in der Geschichte des gegenwärtigen Russland werden dermaßen groß angelegte Arbeiten im Hohen Norden geleistet (…) Das Tempo muss eingehalten und mancherorts beschleunigt werden. Das ist eine sehr wichtige Frage – es geht um Verteidigung und Sicherheit des Landes“, so Iwanow.

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    Tags:
    Sicherheit, Umwelt, Il-78, Verteidigungsministerium Russlands, Timur Iwanow, Viktor Litowkin, Viktor Murachowski, Franz-Josef-Land, Arktis, Russland