23:00 02 Dezember 2020
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    Mit ihren Aktivitäten und Europa und mit ihren neuen Präzisionswaffen streben die USA einen militärischen Vorsprung gegenüber Russland an – diesem Zweck soll nun auch Washingtons Initiative zur Verlängerung des Atom-Abrüstungsvertrags mit Moskau dienen. Zu diesem Schluss gelangt zumindest der russische Militärexperte Viktor Litowkin.

    In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“ postuliert Litowkin: „Nach Abschluss des New-START-Vertrags haben die Vereinigten Staaten und Präsident Barack Obama alles Mögliche und Unmögliche getan, um eine einseitige militärische Überlegenheit über Russland zu erzielen.“

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    Für diese Zwecke stellen die USA laut Litowkin ihre Raketenabwehrsysteme in Rumänien und Polen auf, stationieren Aegis-Zerstörer mit Tomahawk-Raketen in Spanien. In diesem Zusammenhang betrachtet der Experte auch die Stationierung von F-16- und Tornado-Kampfjets der Nato in Litauen und Estland: „Diese Maschinen sind unter anderem dafür geeignet, US-Atombomben des Typs B61 einzusetzen. Dabei werden 200 solche Bomben in Italien, Deutschland, Belgien, den Niederlanden und der Türkei gelagert.“

    „Piloten aus Ländern, die keine Atomwaffen haben, werden von US-Instrukteuren in Bezug auf den Einsatz solcher Waffen bereits ausgebildet. Das ist ein grober und offener Verstoß gegen den Atomwaffensperrvertrag“, so der Kommentar.

    „Ich erwähne nicht einmal die Sanktionen, die die Fortentwicklung der russischen Rüstungsindustrie bremsen sollen. Sie sollen Russland auch dabei stören, seine Armee zu reformieren, seinen Raketen- und Atomschild zu modernisieren sowie seine Sicherheit und Verteidigung zu festigen“, so Litowkin.

    „Die aggressiven Aktivitäten der USA, die die strategische Balance zwischen den beiden New-START-Unterzeichnern untergraben sollen, können auch weiter aufgelistet werden“, schreibt Litowkin. Den jüngsten Bericht der „Washington Post“, wonach Obama den bis 2021 gültigen Vertrag um weitere fünf Jahre verlängern wolle, hält er für einen propagandistischen Schritt.

    Zwar werde eine New-START-Verlängerung auch die USA dabei stören, ihre strategischen Atomwaffen zu modernisieren: „Doch die USA setzen derzeit nicht auf Atom-, sondern auf konventionelle Präzisionswaffen, die von ihrer Effizienz und von ihrer Stärke her mit Kernwaffen praktisch gleichsetzbar sind – wenn auch ohne Strahlenverseuchung der Gegend. Ausgerechnet mit solchen Raketen werden amerikanische U-Boote inzwischen ausgestattet – an Stelle von atombestückten Trident-Raketen.“

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    Aus diesem Grund entwickeln die USA nach Ansicht von Litowkin auch ihr Konzept Prompt Global Strike: „Den New-START-Vertrag brauchen sie in erster Linie nur, um die Modernisierung des russischen Raketen- und Atomschildes zu erschweren.“

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    Tags:
    Rüstungsindustrie, Atomabrüstung, START-Vertrag, Tornado-Bomber, Warn- und Feuerleitsystem Aegis, Tomahawk-Rakete, F-16, Atomwaffen, NATO, Viktor Litowkin, Barack Obama, USA, Russland