20:24 27 März 2017
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    Syriens Präsident Baschar al-Assad und Russlands Präsident Wladimir Putin

    Assad spricht sich aus über Putin und eigenen Rücktritt

    © Sputnik/ Alexei Druzhinin
    Politik
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    Situation in Syrien (2016) (852)
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    Syriens Präsident Baschar al-Assad hat im Interview für den TV-Sender NBC seine Beziehungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin als sehr ehrlich und offen, als sich auf Achtung stützend, bezeichnet. Vor möglichen Absprachen zu seinem Rücktritt fürchte er sich nicht.

    „Sie sind sehr offen, ehrlich und stützen sich auf gegenseitige Achtung“, so Assad im NBC-Interview. Seit Jahresbeginn habe er sehr oft mit Putin gesprochen. „Ich habe nicht gezählt, wie häufig, aber ich kann sagen, mehrmals“, so Assad.

    Dabei habe er jedoch niemals mit Putin über seinen Rücktritt gesprochen. Weder Putin noch Russlands Außenminister Sergej Lawrow hätten je einen „politischen Übergang“ in Syrien mit ihm erörtert: „Sie haben kein einziges Wort darüber gesagt“, so Assad. 

    Assad ist seinen Worten zufolge gar nicht besorgt, dass beim Moskau-Besuch von US-Minister Kerry womöglich der Rücktritt des syrischen Präsidenten besprochen werden könnte. Assads Begründung:  „Die Politik Moskaus beruht nicht auf Geschäften. Sie basiert auf Werten.“

    Russlands Rolle in Syrien schätzt Assad hoch ein: „Die Teilnahme Russlands hat die Situation in Syrien geändert“.

    „Die Unterstützung der syrischen Armee durch Russland hat die Waagschale im Kampf gegen Terroristen (zu unseren Gunsten — Anm. d. R.) geneigt. Das war der entscheidende Faktor“, unterstrich Assad.

    „Wir kämpfen gegen dieselben Terroristen, die auch Russland in seinem Land bekämpfen muss. Wir kämpfen gegen dieselben Terroristen, die in Europa, den USA und in jedem anderen Teil der Welt auftauchen können. Der Unterschied zwischen Wladimir Putin und jedem anderen westlichen Spitzenpolitiker besteht darin, dass er (Putin- Anm. d. R.) dies klar sieht, während andere dies nicht bemerken“, so Assad.

    Und so basiert die „Einmischung“ Russlands auf den Werten und zugleich den Interessen des russischen Volkes, erklärte der syrische Präsident.

    Der NBC-Reporter Bill Neely, der Assad interviewte, schreibt später in seinem Twitter-Account: „Ich habe ihn gefragt, was die Lage in Syrien verändert hat und er hat ohne Zögern geantwortet ‚Russland'“.

    Der Besuch von US-Außenminister in Russland ist für den 14. und 15. Juli angesetzt. Zuvor hatte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mitgeteilt, dass ein mögliches Treffen zwischen Putin und Kerry zurzeit behandelt werde. 

    Am 11. Juli hatte das US-Außenministerium Kerrys Besuch in Russland für den 14. und 15. Juli angekündigt. Dies wird bereits der zweite Besuch Kerrys in Russland seit Jahresbeginn und der vierte seit Mai 2015. 

    In Syrien dauert seit März 2011 ein bewaffneter Konflikt an, der laut Uno-Angaben bereits mehr als 220.000 Todesopfer gefordert hat. Den Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad stehen Rebellen, aber auch islamistische Terrormilizen gegenüber, die verschiedenen bewaffneten Gruppierungen angehören. 

    Seit dem 27. Februar gilt in Syrien eine Waffenruhe zwischen den Regierungstruppen und bewaffneten Rebellen.

    Die russische Luftwaffe fliegt seit dem 30. September auf Bitten der Regierung in Damaskus in Syrien Angriffe gegen Stellungen der Terrorgruppen Daesh und al-Nusra, die in den vergangenen Jahren weite Teile Syriens unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Ende März wurde der Großteil der russischen Militärs und Technik aus Syrien abgezogen.

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    Tags:
    Beziehungen, Terrormiliz Daesh, Al Nusra-Front, NBC, Uno, Bill Neely, Baschar al-Assad, John Kerry, Sergej Lawrow, Wladimir Putin, Syrien, Russland
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    Alle Kommentare

    • Schade, daß die Werte, auf denen die Politik der Russischen Föderation basiert, im Westen offensichtlich bedeutungslos sind. Würde sich letzteres ändern, dann stünde einem friedlichem Nebeneinander nichts mehr im Wege.
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      At_Tiffany
      Warum sollten die Russen auch nur ein Wort über Assads Rücktritt verlieren? Das ist nur und ausschliesslich Sache der Syrer, wie oft und wie lange die noch Assad wiederwählen.

      Allen ist klar, die Alternative zu einem säkularen Regime unter Assad ist irgend etwas Islamistisches und dass kann Syrien mit seiner heterogenen Bevölkerung aus Christen, Drusen, Alawiten, Schiiten und Sunniten absolut nicht gebrauchen. Wie schon der alte Fritz sagte: Bei mir kann ein Jeder nach seiner Façon seelig werden.
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      hihardt
      Baschar al-Assad weiß sehr genau, was er Russlands Unterstützung zu verdanken hat und schätzt die Einstellung Putins, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Syriens einzumischen.
      Dies kommt deutlich in dem Satz zum Ausdruck " Die Politik Moskaus basiert nicht auf Geschäften sondern auf Werten!".
      Vor allem die Souveränität Syriens ist ein Wert, den beide Politiker schätzen und auch nur durch diese Achtung ist generell staatliches Zusammenleben möglich.
      Wer letztlich in Syrien Präsident sein wird, hängt von der Entscheidung des syrischen Volkes ab. - Allein die Syrer haben das Recht, ihren Präsidenten zu wählen, wenn er denn den Tag der Wahl überhaupt erleben wird. Daran kann man echte Zweifel haben!
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      Joesi
      Genau das ist es, was den Präsidenten der RF Dr. Wladimir Putin zum hervorragendsten Präsidenten aller Zeiten kennzeichnet!
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      otto-remagenAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Isnogud, Merkels viel zitierten westlichen Werte sind nur gut für Staaten , die auf Kosten anderer leben . Egal wie , ob durch wirtschaftlichen , politischen Druck . Oder sie marschieren mit ihrem Militär gleich ein , also mit Hilfe von Kriegen . Nicht gemeint ist die Vereinigung der Krim mit ihrer Heimat Russland !
    • Gameas
      Assad wie die ganze alte kulturvolle Weltbevoelkerung wissen und verstehen Russland zu werten.
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      billyvorAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Isnogud,
      Dazu musste der Westen erst einmal seine Überheblichkeit ablegen.

      Die Arroganz, nur die "Werte" - ich frage mich seit längerem, worauf die eigentlich noch basieren sollen - als die einzigen richtigen zu bezeichnen, die sie selbst festlegen, sucht ihresgleichen.

      Allein, das hier immer und immer wieder vom Selbstbestimmungsrecht eines Volkes getönt wird, aber sobald die Regierung eines Landes nicht zu unseren "Werten" passt, auf deren Sturz hinzuarbeiten, ist an Heuchelei und Freiheit nicht zu überbieten.
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      JoesiAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Isnogud, Die Werte, von denen der Westen spricht, sind exact die Werte, die die Russen vertreten!
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      Könnte Sputnik zusammenfassend nochmal vortragen, wie viele Sunniten durch Bush im Vergleich zu Obama ums Leben gekommen sind, oder warten wir damit bis zum Schluss ?
    • КлаусAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Isnogud, es wird niemals ein friedliches Nebeneinander geben: Russland ist die einzige gelebte und zugleich erfolgreiche politische Alternative zum gegenwertigen westlichen System der brutalen Kapitalherrschaft über die Menschen hinweg. Was meinst du, wie lange unser "alternativloses" System noch Bestand hätte, wenn die Leute wüssten wie es in Russland wirklich aussieht?
      Nein, unser System MUSS Russland als Feindbild aufbauen, sonst schaufelt es sich sein eigenes Grab.
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      ale_xandriaAntwort anbillyvor(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      billyvor,
      Ich kanne es schon gar nicht mehr hören, wenn unsere Politiker von "unseren Weren" sprechen. Denn es sind gar keine Werte, es sind Worthülsen, hinter denen man die egoistischen Absichten versteckt.

      1)Mit welcher Berechtigung führen wir Krieg und töten andere Völker, um diese Werte irgendwohin zu bringen?

      2) Wer gibt uns das Rechte, unsere Werte über die der anderen zu stellen?

      Soll jeder "seine Werte" bei sich einführen und die anderen in Ruhe lassen.
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      baijardo
      Gleich und gleich gesellt sich gern.
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      baijardoAntwort anJoesi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Joesi, Du hast jetzt zweimal auf meine Frage nicht geantwortet, wer die zehntausend Ukrainer umgebracht hat und auf wessen Befehl. Ich hoffe, dass Du jetzt mal dazu Stellung nimmst.
    • Roland StreyAntwort anJoesi(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Joesi, eben doppelstandarts - das eine sagen das andere töten
    • Roland Strey
      würde meinen post gern ändern - das eine sagen und das Selbe töten macht die westlichen werte aus
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      veritas2014
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