23:46 19 Januar 2020
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    Anschlag von Nizza (111)
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    Franco Frattini, Italiens ehemaliger Außenminister, fordert Europa zum entschlossenen Kampf gegen den Terror auf. Dafür müsste der Wirtschaftskrieg gegen Russland endlich ein Ende finden. Das erklärte der Politiker in einem Sputnik-Interview.

    Europa müsse endlich Kraft und Entschlossenheit zu Reaktionen zeigen. „Protestmärsche sind zwecklos, wenn Terroristen uns weiterhin töten“, so der ehemalige Minister.

    „Zunächst müssen alle Schwachstellen geschlossen werden, die es in Europa gibt“, fordert der Politiker. „Wir brauchen strengere Kontrollen aller, die unseren Boden betreten. Und diese Kontrolle ist eine Sache der Spezialeinheiten“, sagt Frattini. „Dieser Mann in Nizza war der Polizei bekannt, wurde der Gewalt überführt. Wie konnte er einen LKW anmieten?“, fragt er sich. Bei anderen Anschlägen seien ebenfalls Lastwagen eingesetzt worden. „Das war bekannt!“, betont er.

    Man müsse die Telefongespräche aller Terrorverdächtigen abhören und ihre Bewegungen verfolgen, fordert er. „Wir müssen das Agentennetz in den Terrorzellen ausweiten. In den sozialen Netzen müssen wir die Accounts aller überwachen, die mit den Terroristen sympathisieren – ihre Blogs, die Orte, die sie besuchen“, sagt der italienische Politiker.

    Über die Rechte der Terroristen sei genug geredet worden, unterstreicht Frattini. „Die Opferrechte sind wichtiger. Die Kinder von Nizza brauchen mehr Mitgefühl als jeder Terrorist“, hebt er hervor. „Wir brauchen Härte. Es herrscht Krieg, das müssen wir einsehen“, appelliert der ehemalige Außenminister.

    „Ich bin sehr mit der Initiative Putins zu Syrien zufrieden. Diese hat der internationalen Gemeinschaft einen Ruck gegeben“, sagt der Außenpolitik-Experte. „Alle haben begriffen, dass es notwendig ist, den Daesh dort zu bekämpfen, wo er entstanden ist – in Syrien“, erklärt er.

    Kerrys gestriger Besuch in Moskau sei ein Beleg für die Notwendigkeit einer gemeinsamen Linie Russlands und der USA im Kampf gegen den Terrorismus: „In der syrischen Opposition darf man nicht nach Verbündeten suchen“, betont der Außenpolitiker.

    Vor diesem Hintergrund sei es lächerlich, so der Ex-Minister, die Notwendigkeit der Anti-Russland-Sanktionen zu diskutieren. Der Wirtschaftskrieg gegen Russland müsse eingestellt werden. „Russland ist nicht unser Feind, es ist unser strategischer Partner“, sagt Frattini. „Wenn wir gegen den Terror kämpfen wollen, müssen wir aufhören, im Umgang mit Putin unser Gesicht zu verziehen“ rät er. „Europa muss gemeinsam mit Russland und den USA gegen den Feind Nummer 1 kämpfen – gegen den Terror“, resümiert der ehemalige Außenminister.

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    Terrorbekämpfung, Sanktionen, Terrorismus, Franco Frattini, Wladimir Putin, Europa, USA, Russland