22:23 20 April 2019
SNA Radio
    Russische und deutsche Fans

    Petersburger Dialog: Positives Fazit trotz Meinungsdifferenzen

    © Sputnik / Alexey Kudenko
    Politik
    Zum Kurzlink
    4604

    Die 15. Tagung des Petersburger Dialogs, die erstmals seit vier Jahren in Russland stattgefunden hat, war nach Meinung von Martin Hoffmann vom Deutsch-Russischen Forum eben ein echter Dialog. Russen und Deutsche haben deutlich ihre unterschiedlichen Meinungen in den Kritikpunkten über NGOs, Krim und Donbass geäußert.

    Jedoch gebe es ein Verständnis dafür, dass man diese unterschiedlichen Meinungen sagen und trotzdem in den Dialog weiter kommen könne, sagte Hoffmann, so der Geschäftsführer des Petersburger Dialogs, im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin. „Die kontroversen Diskussionen in zehn Arbeitsgruppen haben fantastische Bereitschaft der Deutschen und Russen gezeigt, trotz der tiefen Risse in bestimmten Fragen intensiv zusammenzuarbeiten.“

    Niemand habe dem Anderen Vorwürfe gemacht, so Martin Hoffmann. „Der Grundton war — wir müssen Lösungen finden und an konkrete Probleme gemeinsam herangehen. Zwar haben wir in vielen Punkten unterschiedliche Meinungen, wir brauchen aber die Zusammenarbeit mit Russland gerade im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, was der Terroranschlag in Nizza, der uns alle in Petersburg schockiert hat, verdeutlichte.“

    „Um den inneren Frieden in Europa zu schützen, brauchen wir die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland. Und das muss die Politik machen. Aber die Zivilgesellschaften haben die Aufgabe, die positiven Anknüpfungspunkte zwischen Deutschen und Russen in einem großen Europa, in dem Russland genauso wie Deutschland unverzichtbar ist, zu finden“, betonte er.

    Die Reformierung des Petersburger Dialoges wurde auch kontrovers diskutiert. „Man könnte der rein deutsch-russische Dialog durch weitere Experten aus anderen Ländern ergänzen“, meinte Hoffmann. „Auf der deutschen Seite gab es schon einige Reformen in der letzten Zeit. Wir haben auch zwei weitere Arbeitsgruppen hinzugefügt – ökologische Modernisierung und Gesundheitsvorsorge.“ 

    „Das große Interesse von Deutschen und Russen, miteinander zusammenzuarbeiten, hat sich in Petersburg äußerlich darin geschlagen, dass weit über 300 deutsche und russische Teilnehmer aus Kultur, Wissenschaft, Politik, Religion und Wirtschaft – der größte Petersburger Dialog, der je stattgefunden hat — zwei Tage lang über das Thema,Russland und Deutschland im Angesicht globaler Herausforderungen‘ diskutiert haben“, stellte er fest.

    Auf deutscher Seite sei es doppelt so viel Menschen gewesen, die daran hätten teilnehmen wollen, resümierte Martin Hoffmann. „Es war ein Rieseninteresse, dieses Forum, wo deutsche und russische Gesellschaften zusammenarbeiten, zu stärken und im Bürgerdialog voranzubringen. Und das ist ein ganz bewegendes Beispiel.“

    Wegen der Bedeutung des Petersburger Dialogs für die Verständigung beider Länder wird das Dialog-Format im Frühjahr 2017 erstmals in der Berlin tagen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Volkhard Knigge: Die Geschichte ernst nehmen
    „Die stärkste Brücke“ - Chef von AHK Russland: Unternehmen zeigen ihre Qualitäten
    Petersburger Dialog: „Chance auf normalere Phase der Beziehungen“ - Pofalla
    Deutsche und russische Wirtschaft auf Kurs der Wiederannäherung
    Tags:
    NGO, Petersburger Dialog, Martin Hoffmann, Donbass, Krim, Deutschland, Russland