06:03 15 November 2019
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    Nordkorea feuert eine Langstreckenrakete ab

    Dreifacher Raketenstart: Nordkorea feuert ballistische „Scud“ ins Japanische Meer

    © REUTERS / KCNA
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    Nordkorea hat am Dienstagmorgen Ortszeit drei ballistische Raketen in Richtung Japanisches Meer abgeschossen, wie die Agentur Yonhap unter Berufung auf Angaben aus südkoreanischen Militärkreisen meldet.

    Demnach feuerte Nordkorea vermutlich in der  nordkoreanischen  Provinz Hwanghae-pukto drei Raketen vom Typ Scud in Richtung Japanisches Meer ab. Den Angaben der südkoreanischen Militärs zufolge sollen diese 500 bis 600 Kilometer weit geflogen sein. Zuvor war mitgeteilt worden, dass die Reichweite solcher Rakete ausreichen würde, um jeden beliebigen Punkt in Südkorea zu erreichen.

    Ob die Raketenstarts erfolgreich gewesen sind, ist bislang nicht bekannt.

    Yonhap zufolge gilt der Raketenstart als Reaktion Pjöngjangs auf die Entscheidung von Seoul und Washington über die geplante Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Südkorea.

    Am 8. Juli hatten Seoul und Washington mitgeteilt, dass sie die Stationierung des amerikanischen Raketenschilds THAAD in Südkorea als „Verteidigungsmaßnahme“ zum Schutz der Republik Korea und seiner Bürger, aber ebenso zum Schutz der Streitkräfte der Allianz, vor den Massenvernichtungswaffen und ballistischen Raketen Nordkoreas vereinbart hätten. Die nordkoreanischen Behörden hatten daraufhin gewarnt, mit einer „Gegenaktion“ zu reagieren. Seoul drohte seinerseits, mit einer „starken Vergeltung“ zu antworten, sollte Nordkorea auf die Pläne zur Stationierung der US-amerikanischen Raketenabwehrsysteme THAAD weiterhin mit der Androhung „physischer Gegenmaßnahmen“ reagieren.
    Die THAAD-Raketen sollen Ende 2017 in Betrieb. Die Reichweite beläuft sich auf etwa 200 Kilometer.

    Seit Mitte April testete Nordkorea mehrmals Musudan-Raketen, angeblich meist misslungen. Diese Raketen haben angeblich eine Reichweite von bis zu 4000 Kilometern. Insgesamt fanden bereits sechs Raketentests statt, womit gegen die entsprechenden Resolutionen des UN-Sicherheitsrates verstoßen wurde.

    Die Situation auf der koreanischen Halbinsel hatte sich nach dem von Nordkorea am 6. Januar durchgeführten Atombombentest zugespitzt. Am 7. Februar folgte dann der Start einer Trägerrakete mit einem Satelliten in den erdnahen Raum. Der UN-Sicherheitsrat reagierte mit der einstimmigen Verabschiedung einer Resolution über die Verschärfung der Sanktionen gegen das Land. Pjöngjang rechtfertigte sein Vorgehen damit, auf Aggression seitens der USA reagieren zu müssen.

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    Tags:
    Raketen, Luftabwehrsystem THAAD, Japanisches Meer, Nordkorea