SNA Radio
    Französische Soldaten an Bord des Flugeugträgers Charles de Gaulle im MIttelmeer (Archivbild)

    Verteidigungsminister: Frankreich versetzt täglich Schläge in Irak und Syrien

    © AFP 2019/ ANNE-CHRISTINE POUJOULAT
    Politik
    Zum Kurzlink
    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
    4341

    Wiederholte Terroranschläge nach dem Nizza-Szenario sind in Frankreich gut möglich, wie der französische Verteidigungsminister, Jean-Yves Le Drian, in einem Interview mit dem Radiosender France Info sagte. Deshalb ist es notwendig, den Terrorismus «ins Herz» zu treffen.

    „Wir müssen zugeben, dass Anschläge, ähnlich dem von Nizza, erneut vorkommen  können. Der jüngste Vorfall in Deutschland weist uns darauf hin, dass eine Terrorgefahr zurzeit allerorts besteht. In diesem Zusammenhang müssen wir alle  äußerst wachsam sein und dabei  die Fassung bewahren", sagte Le Drian angesichts der Axt-Attacke bei Würzburg, bei der ein 17-jähriger Afghane vier Mitreisende in einem Zug schwer und einen weiteren leicht verletzt hatte.

    Es sei deshalb dringend  notwendig, den Ausnahmezustand im Lande um weitere  drei Monate zu verlängern, so der Verteidigungsminister. Ein entsprechender Gesetzentwurf solle am Dienstag in  einer Regierungssitzung  vorgelegt werden.

    Der Notstand sei bei Weitem keine symbolische Maßnahme, er ermögliche unter anderem,  Durchsuchungen vorzunehmen, verdächtige Personen unter  Hausarrest zu stellen und die Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen zu verringern, so Le Drian.

    „Man muss die noch bestehenden Terrorrisiken auf null bringen. Als Verteidigungsminister glaube ich, dass dafür ein Schlag ins Herz versetzen werden  muss, ein Schlag gegen die Gruppierung „Islamischer Staat" im Irak und  in Syrien", so Le Drian weiter.

    „Frankreich versetzt solche Schläge in Syrien und im Irak jeden Tag, obwohl es das nicht  jedes Mal bekannt gibt. In der vergangenen Nacht haben wir solche Schläge im Rahmen der Aktivitäten der internationalen  Koalition im Gebiet von Mossul versetzt", teilte er mit.

    Zurzeit trete „die ausschlaggebende Phase" ein, der die  Beratung in Washington am Mittwoch  gewidmet sein solle. Bei der Beratung sollen Luftschläge gegen die wichtigsten IS-Hochburgen Mossul und Raqqa besprochen werden.

    „Gerade diese Zentren organisieren die Terroranschläge in Europa, von dort aus verbreitet sich die todbringende Ideologie des „Islamischen Staates", die labile Menschen  zuweilen beeinflusst", sagte der Verteidigungsminister  mit Blick auf den Terroranschlag von Nizza.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)

    Zum Thema:

    Nach Anschlag in Nizza: EU-Mitglieder könnten wegen Flüchtlingsquoten Schengen kippen
    Onkel von Nizza-Attentäter: "IS hat Mohamed angeworben"
    Islamisten mit Terror in Frankreich noch nicht fertig – Juppé: Regierung ist passiv
    Abgeordneter: Terrorgefahr wird noch lange Zeit über Frankreich schweben
    Zug-Attacke: IS bekennt sich zu Bluttat von Würzburg
    Tags:
    Terroranschläge, Jean-Yves Le Drian, Syrien, Irak, Frankreich