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11:41 18 Juli 2019
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    Türkei. Erdogan-Unterstützer

    Türkischer Militär: Kein Putsch-, sondern Bürgerkriegsversuch!

    © REUTERS / Alkis Konstantinidis
    Politik
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    Putschversuch in der Türkei (231)
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    Die Ereignisse in der Nacht auf den 16.Juli sollen die Inszenierung eines Bürgerkrieges und ein Versuch, den Prediger Fethullah Gülen zum Kalifen auszurufen, gewesen sein, sagte der Major a.D. Erol Mutercimler in einem Interview für Sputnik.

    „Genau das wurde in Ägypten und im Irak geprobt. Wir haben noch Glück gehabt!“, so Mutercimler.

    Der erfolglose Putschversuch habe das Ausmaß der Präsenz von Mitgliedern der Bewegung Gülens in den Reihen der türkischen Streitkräfte gezeigt. 6.038 Militärs einschließlich Generäle seien festgehalten und 437 davon verhaftet worden, weitere 900 werden momentan noch verhört. Besonders auffallend sei die Tatsache, dass der Militärberater des türkischen Präsidenten, Oberstleutnant Erkan Kivrak, und der ältere Bruder des Assistenten des Vorsitzenden der Regierungspartei (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) Şaban Dişli, Generalmajor Mehmet Dişli, im Mittelpunkt des Revolutionsversuchs gestanden haben.

    Zudem soll der Nationale Aufklärungsdienst der Türkei den Generalstab vor einem möglichen Staatsstreich sechs Stunden vor seinem Beginn gewarnt haben. Der ehemalige Chef des Generalstabs, Necdet Özel, habe behauptet, er habe nicht geahnt, dass Anhänger Gülens sich in den türkischen Streitkräften befänden. Seine Behauptung sei einer heftigen Kritik unterzogen worden. Unter den Kritikern sei auch Erol Mutercimler, der in den Sturzversuch der türkischen Regierung 2010 verwickelt gewesen sein solle.

    „Seit vielen Jahren wurden Anhänger dieser Organisation (der Bewegung Gülens – Anm.d.Red.) auf Posten im Aufklärungsdienst ernannt. Über diese Militärs wurden positive Berichte verfasst. Unter den Berichten stehen die Unterschriften (ehemaliger Vorsitzender des Generalstabs — Anm.d.Red.) von Necdet Özel, İlker Başbuğ, Yaşar Büyükanıt”, sagte Mutercimler.

    Die türkische Armee hänge als Teil der Nato-Armee von den Entscheidungen des Pentagon und aus Brüssel ab. Und die Allianz wolle keine Linksanhänger, Sozialisten und Kemalisten unter den türkischen Offizieren sehen. Sie bevorzuge die rechten Atatürkisten. Bei den Revolutionen vom März 1971 und 12. September 1980 nur Sozialisten, Sozial-Demokraten und Kemalisten ausradiert worden sein, die Islamisten sollen nicht betroffen gewesen sein.

    Um das Land aus dem Chaos zu steuern, müsse die Regierung ihre Politik umkrempeln und mildern sowie eine neue außenpolitische Strategie ausarbeiten, so der Major a.D.

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