01:00 30 März 2017
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    „Europa ist in Lebensgefahr“- US-Milliardär Soros empfiehlt Auswege

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    Politik
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    Der Mix aus Brexit, Migrationskrise und einem möglichen Bankenkollaps kann für die EU tödlich enden, wie der amerikanische Großinvestor George Soros gegenüber der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ sagte. Außerdem stehe die globale Finanzwelt am Rande einer neuen Katastrophe.

    „Nach dem Brexit gerät die EU in Lebensgefahr“, sagte Soros. Er fügte auch hinzu, Europa könne nur überleben, wenn es sich zu einem Verbund verwandele, dem sich auch London wieder anschließe.

    Laut Soros habe sich die Migrationskrise in Europa verlangsamt, nachdem die Balkanroute gesperrt worden ist; allerdings dürfe man nicht denken, dass die Situation so stabil bleiben wird – selbst wenn die Europäer momentan nicht gegen Migranten eingestellt zu sein scheinen. Die Behörden in Italien und anderen Ländern müssen reale Bereitschaft zeigen, die gemeinsamen Probleme zu lösen, zu denen die EU-Flüchtlingspolitik geführt hat. „Das ist grundsätzlich eine Frage des politischen Willens.“, so Soros.

    „Die EU verfügt über unberührte Ressourcen, die eingesetzt werden können.  Wann, wenn nicht jetzt, wo die Union zwischen Leben und Tod steht, sollte Brüssel diese einsetzen?” fragte Soros.

    Der gescheiterte Umsturz in der Türkei  verschärft die Ungewissheit in der Sicherheit. Erdogan hat sich bereit erklärt, sich mit Russland zu versöhnen, wobei er für sich selbst offenbar eine Rolle als Vermittler zwischen Europa und Russland vorsieht, heißt es i n dem Artikel. „Jedenfalls ist das Abkommen zwischen der EU und der Türkei eine zu unsichere Basis für eine neue EU-Flüchtlingspolitik“, glaubt Soros.

    Um zu überleben, muss die EU unverzüglich Maßnahmen treffen, meint der Milliardär. In erster Linie muss eine deutliche Grenze zwischen der EU und der Eurozone gezogen werden.

    Ein besonders schwaches Mitglied der Eurozone sei derweil Italien, dessen Banken dringend saniert werden müssten. Soros schlägt vor, institutionelle  Investoren an der Sanierung zu beteiligen, wobei die Verluste der privaten Investoren beglichen werden sollten.

    Außerdem sei eine obligatorische Bedingung für das Überleben Europas das strikte Einhalten von Finanzdisziplin und Regeln der Bankengemeinschaft.

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    Tags:
    Flüchtlingspolitik, Migranten, Migrationskrise, Brexit, Eurozone, George Soros, Europa