21:26 06 Dezember 2019
SNA Radio
    Schiffe bei den gemeinsamen See-Übungen Maritimes Zusammenwirken 2015

    Russische Kriegsflotte wird aktiver: „Dünnhäutige Reaktionen im Pentagon“

    © Foto : Russlands Verteidigungsministerium
    Politik
    Zum Kurzlink
    51727
    Abonnieren

    Russlands Kriegsmarine intensiviert ihre Aktivitäten in abgelegenen Regionen des Weltmeeres – dies beunruhigt die Vereinigten Staaten. Russische und US-Experten kommentieren die Situation.

    Wie der TV-Sender Swesda berichtet, absolvieren derzeit rund 50 russische Kriegsschiffe nach Angaben des Verteidigungsministeriums Missionen in abgelegenen Meeresgebieten. Entsprechende Aufgaben haben Verbände der Ostsee-, Schwarzmeer-, Nord- und Pazifikflotte zu erfüllen.

    Wie aus der nationalen Marinedoktrin hervorgeht, arbeitet der russische Staat derzeit gezielt darauf hin, günstige Bedingungen „für eine nachhaltige Entwicklung und für die Umsetzung der wichtigsten Prioritäten der nationalen Sicherheit“ im Weltmeer zu sichern. Die Kriegsflotte wird dabei als Instrument der Außenpolitik eingestuft – damit soll Russland „Flagge und militärische Stärke zeigen“, am Kampf gegen Piraten teilnehmen sowie bei jenen internationalen Militär-, Friedens- und humanitären Einsätzen mitmachen, die den russischen Interessen entsprechen.

    Wie stark müssen die Verbände zahlenmäßig sein, um diese Aufgaben zu erfüllen? Der russische Militärexperte Konstantin Siwkow, einst Kapitän zur See, klärte auf. Um etwa russische Fischereischiffe und Frachter vor Piraten zu schützen, sollte sich laut Siwkow mindestens ein Zerstörer oder eine Fregatte im jeweiligen Meeresgebiet aufhalten. Um Flagge zu zeigen oder „weitere Maßnahmen zur Unterstützung der diplomatischen Aktivitäten“ zu ergreifen, bräuchte Russland jeweils einen aus mindestens drei bis fünf Schiffen bestehenden Verband mit einem Kreuzer oder Flugzeugträger an der Spitze. 

    Wladimir Komojedow, einst Chef der russischen Schwarzmeerflotte und nun Leiter des Duma-Ausschusses für Verteidigung, geht davon aus, dass der russische Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ ständig im Mittelmeer weilen sollte: „Er sollte aus meiner Sicht die Region nicht verlassen, um Aufgaben im Interesse von Russlands Sicherheit zu lösen. Die Besatzung der ‚Kusnezow‘ könnte zwar rotationsmäßig gewechselt werden, das Schiff selbst sollte aber im Mittelmeerraum bleiben.“

    Der Sender kommentiert: „Die derzeitige groß angelegte Rückkehr der russischen Kriegsflotte ins Weltmeer löst dünnhäutige Reaktionen im Weißen Haus und im Pentagon aus“. In einem Bericht von George Fedoroff, dem Russland-Experten des US-amerikanischen Office of Naval Intelligence, heißt es: „Im laufenden Jahrzehnt unternimmt Russland weitere groß angelegte Schritte, um die Kapazitäten seiner Kriegsflotte auszubauen, die nicht nur zur Verteidigung fähig ist, sondern auch zu äußerst beeindruckenden (wenn auch begrenzten) Vorstößen in abgelegene Regionen der russischen Einflusszone.“

    Admiral Mark Ferguson wies während seiner Dienstzeit als Befehlshaber der U.S. Naval Forces Europe darauf hin, dass die russischen U-Boote leiser und effizienter werden. „Sie haben inzwischen eine größere Reichweite und sind mit modernsten Waffen- und Raketensystemen ausgestattet, die in der Lage sind, Ziele an Land aus großer Distanz zu treffen“, so Ferguson in einem CNN-Interview.

    Der russische Marinechef Wladimir Koroljow mahnte unterdessen in der jüngsten Beratung mit den Flottenkommandeuren, dass die Effizienz der Kampfausbildung nicht zurückgehen dürfe: „Die Besatzungen der Kriegsschiffe absolvieren weiter Missionen in verschiedenen Gebieten des Weltmeeres und zeigen würdig die Andreas-Flagge“. Das Andreaskreuz ist traditionell auf der Flagge der russischen Marine zu sehen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    National Interest: Neue russische Zerstörer besser als jedes US-Kriegsschiff
    US-Zerstörer wollte russisches Kriegsschiff von Flugzeugträger „wegjagen“
    Russischer Admiral: US-Marine verstößt grob gegen Verhaltensregeln auf hoher See
    BI: Top 11 der schlagkräftigsten Waffen der russischen Armee
    Tags:
    Flugzeugträger Admiral Kusnezow, Pazifikflotte, Nordflotte, Schwarzmeerflotte, Ostseeflotte, Pentagon, Mark Ferguson, Wladimir Komojedow, Konstantin Siwkow, USA, Russland