19:38 25 Juni 2019
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    Polnischer Sportjournalist Radomski kritisiert Olympiasperre für russische Athleten

    © AFP 2019 / Christophe Simon
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    Die Disqualifizierung russischer Leichtathleten kurz vor Beginn der Olympischen Spiele kann nicht als gerecht bezeichnet werden. Das sagte Jakub Radomski, polnischer Sportjournalist, der Agentur Sputnik Polska.

    „Die Disqualifizierung von Sportlern ist immer ein kompliziertes Problem. Fachleute, die sich mit diesem Thema befassen, vergleichen den Vorfall mit dem System, das es in der früheren DDR gab. Zweitens haben wir in unserem Fall mit kollektiver Verantwortung zu tun, weil alle 68 Leichtathleten aus Russland bestraft wurden. In Wirklichkeit gibt es keine eindeutigen Beweise dafür, dass jeder der 68 Sportler verbotene Präparate ganz bewusst eingenommen, dass jeder von ihnen betrogen hat“, fuhr der Reporter fort.

    „Für mich ist die Situation ganz gewöhnlich, wenn ein Sportler nicht zu den (nächsten) Olympischen Spielen reisen darf, falls er zuvor des Dopings überführt und ihm die Olympia-Medaille aberkannt wurde… Aber jetzt haben wir mit einer ganz anderen Geschichte zu tun.

    Allem Anschein nach werden die Russen der Olympischen Spiele (in Rio de Janeiro) fernbleiben. Aber anwesend sein werden Sportler aus anderen Ländern, die früher gedopt hatten! Ist das denn gerecht? Es sei an den US-Amerikaner Justin Gatlin erinnert, der zweimal des Dopings überführt wurde. Nach dem zweiten Mal vor einigen Jahren drohte ihm die lebenslange Sperre. Aber Gatlin kam heiler Haut davon. Und jetzt gilt dieser Athlet, der sich in Misskredit gebracht hat und zu dem kein Vertrauen mehr ist, als ‚sauber‘. Er würde um eine Olympia-Medaille kämpfen und hat dabei große Chancen, während diese Möglichkeit russischen Sportlern genommen wurde.

    Manch einer dürfte diese Entscheidung gegenüber den Russen begründen. Aber sie ist in jedem Fall ungerecht. Jetzt wird viel darüber geredet, dass es sich dabei um eine politische Entscheidung handelt. Ich möchte das nicht kommentieren, weil die Politik mich ekelt. In einer Publikation der ‚New York Times‘ wurde das Doping in Russland angeblich belegt. Andererseits gibt es keine Beweise in Bezug auf jeden einzelnen Athleten, dem die Teilnahme an den Olympischen Spielen verwehrt wurde. Und noch eins: Ob die Olympiasperre für die Russen das Dopingproblem wird lösen helfen?“, fragte Radomski.

     

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    Kritik, Olympiasperre, Jakub Radomski, Russland, Polen