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    In Ansbach sorgte die Explosion für einen Großeinsatz der Polizei

    Wendt: „Mit polizeilichen Mitteln ließ sich der Vorfall in Ansbach nicht verhindern“

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    Hätten die jüngsten Vorfälle in München und Ansbach verhindert werden können? Rainer Wendt, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, ist der Ansicht, dass die Münchener Polizei sehr professionell auf diese Herausforderung reagiert hat. Mit polizeilichen Mitteln lassen sich aber die Versäumnisse in der Flüchtlingspolitik kaum wiedergutmachen.

    Laut Wendt ließe sich mit polizeilichen Mitteln so etwas wie Ansbach nicht verhindern. Selbst wenn jemand in psychiatrischer Behandlung sei, wird er nicht unbedingt ins Visier der Polizei geraten, denn es gibt gesetzliche Schweigepflichten, die das verhindern. Das sei auch richtig so, denn:

    „Wir wollen auch nicht, dass die Polizei permanent mit den Ärzten in einer Weise zusammen arbeitet, die darauf hindeuten könnte, dass die Polizei die Daten der Patienten bekäme“, sagte er in einem Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke. „Das würde nämlich bedeuten, dass niemand mehr zu solchen Therapeuten hingeht. Insofern war Ansbach leider polizeilich nicht zu verhindern."

    Wirksam für die Vorbeugung von Anschlägen wäre es, rechtzeitig festzustellen, wer zu uns gekommen sei und wer weiterhin zu uns käme:

    „Wir können die Grenzen nicht einfach völlig unkontrolliert lassen und nicht wissen, wer zu uns kommt und wer mit welcher Absicht zu uns kommt. Da wird ja niemand unter Generalverdacht gestellt, sondern wir müssen feststellen, dass unter den vielen hunderttausend Menschen die zu uns gekommen sind, einige wenige sind, die nichts Gutes im Schilde führen. Diese sind in der Lage, die Gesamtflüchtlinge zu diskreditieren.“

    Der Polizeigewerkschafter fordert, dass diejenigen, die sich als gefährlich erweisen, schnell wieder außer Landes gebracht werden. Ebenso jene, deren Asylantrag abgelehnt worden ist:

    "Wir müssen natürlich auch bei denjenigen, die ausreisepflichtig sind, die Möglichkeiten verbessern, sie dann auch außer Landes zu bringen. Sie also dorthin zu bringen, wohin sie abgeschoben werden sollen —  das wäre in diesem Fall Bulgarien gewesen. "   

    Wendt glaubt, dass es wichtig sei, wie er sagt,  Spezialisten gegen Populisten zu setzen:

    „Das heißt, denjenigen, die versuchen, aus dieser Situation politisches Kapital zu schöpfen, setzen wir solide Polizeiarbeit entgegen. Das heißt, wir klären die Dinge auf und wir erklären sie den Menschen. Zu der soliden Polizeiarbeit gehört auch eine sehr seriöse Öffentlichkeitsarbeit. Das macht die Polizei in Bayern, wie ich meine, ganz hervorragend."

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    Tags:
    Polizei, Rainer Wendt, München, Ansbach, Deutschland