01:29 15 Dezember 2018
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

    Meuterei in Türkei: Angreifer auf Hotel in Marmaris sollten Erdogan lebend fassen

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    Die türkischen Militärs, die beim versuchten Staatsstreich in der Nacht zum 16. Juli das Hotel in Marmaris, in dem Präsident Recep Tayyip Erdogan für den Urlaub abgestiegen war, angriffen, hatten den Auftrag, ihn lebend zu fassen.

    Das gab der Offiziersschüler Mehmet Cantaz der Militärakademie in Istanbul, der in diesem Zusammenhang festgenommen worden war, in einem Verhör zu.

    Sieben Militärs, die sich vermutlich am Überfall auf Erdogans Hotel in Marmaris beteiligt hatten, wurden in der Provinz Mugla im Südwesten der Türkei festgenommen.

    „Uns wurde die Aufgabe gestellt, den Präsidenten lebendig zu fassen. Darüber wurden die Mitglieder unserer 27-köpfigen Abteilung unmittelbar vor dem Einsatz informiert. Auf dem Militärstützpunkt wurde uns vorgeschrieben, auf mögliche Auseinandersetzungen vorbereitet zu sein. Das war ein Schock für uns, aber wir schwiegen und besprachen die Ereignisse nur unter uns“, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu den offiziersschüler. „Sobald ich das ansprach, wurde ich von dieser Gruppe getrennt und in einen anderen Hubschrauber geschickt. Ich habe auf niemanden meine Waffe gerichtet und nicht geschossen. Das Hotel betrat ich ebenfalls nicht.“

    Centaz beteuert, mit den Aktivitäten der Organisation des oppositionellen islamischen Predigers Fethullah Gülen nichts zu tun zu haben, dem die Behörden in Ankara den Putschversuch vorwerfen. Er habe lediglich die ihm von Hauptmann Ismail Yigit von derselben Militärakademie gestellte Aufgabe erfüllt. Den Militärs sei gesagt worden, dass sie nach Marmaris reisen und einen vom Generalstabschef gegebenen Auftrag erfüllen sollten. Die genaue Aufgabe sei bis zum letzten Moment unbekannt gewesen, behauptet der Nachwuchssoldat.

    In der Nacht zum 16. Juli hatte eine Gruppe von türkischen Offizieren einen Umsturzversuch unternommen, der jedoch von den Behörden unterbunden wurde. Laut jüngsten Angaben sind bei der Konfrontation, die sich hauptsächlich in Istanbul und Ankara ereignete, 246 Menschen, abgesehen von den Rebellen, ums Leben gekommen. Mehr als 2000 Menschen wurden verletzt.

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