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    Türkischer Ex-Premier gesteht: Ich gab Abschussbefehl gegen russische Su-24

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    Rund acht Monate nach dem Abschuss des russischen Su-24-Bombers in Syrien hat der türkische Ex-Premier Ahmet Davutoğlu eingestanden, den Abschussbefehl dazu erteilt zu haben. Vor seinem Rücktritt im Mai hatte der 57-Jährige jede Verwicklung in den Vorfall, der die Beziehungen Ankaras mit Moskau schwer belastet hatte, stets abgestritten.

    Sein Befehl bezog sich jedoch nicht konkret auf den russischen Jet, so Davutoğlu in einem Interview des Fernsehsenders NTV. Er habe am 10. Oktober befohlen, alle Flugzeuge abzuschießen,  die in den türkischen Luftraum eindringen sollten, zitierte ihn die Zeitung „Hurriyet Daily News

    Der russische Jagdbomber Su-24 wurde am 24. November abgeschossen, als er im syrischen Grenzgebiet Stellungen der Terrororganisation Daesh (auch Islamischer Staat, IS) angriff. Nach türkischen Angaben verletzte die Maschine die türkische Grenze. Russland bestritt das. Die Su-24 stürzte auf syrischem Territorium ab. Einer der beiden Piloten wurde von Rebellen erschossen, als er am Fallschirm hing.

    Der Abschuss belastete die bilateralen Beziehungen der beiden Staaten schwer. Russland verhängte Sanktionen gegen die Türkei. Seit Juni 2016 sind beide Staaten wieder auf Normalisierungskurs, nachdem sich Erdogan formell für den Abschuss des Jets und den Tod des Piloten entschuldigt hatte. Erdogan wird Anfang August zu Gesprächen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin nach Russland kommen.

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    Tags:
    Su-24-Abschuss, Ahmet Davutoğlu, Türkei