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04:33 18 August 2019
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    Nato als Wahlthema: „Die USA brauchen die Allianz, um Europa zu zügeln“

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    Politik
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    Die Wahlaussichten des Nato-Kritikers Donald Trump beunruhigen US-Konservative: Diese befürchten nach Ansicht des russischen Militärexperten Viktor Litowkin, dass die Vereinigten Staaten ihr maßgeblich wichtiges Instrument verlieren könnten, mit dem Europa gelenkt wird.

    In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“ weist Litowkin darauf hin, dass konservative Top-Politiker in den Vereinigten Staaten keinen Wahlsieg von Donald Trump wollen, weil dieser in der Lage wäre, die „Stereotypen der US-Außenpolitik zu brechen, darunter auch in Bezug auf die Nato“.

    Die Befürchtungen der US-Konservativen gehen laut Litowkin keineswegs darauf zurück, dass eine Nato-Reform im Sinne von Trumps Kritik die Sicherheit der europäischen US-Verbündeten schwächen würde: „Um die Sicherheit Europas ist die US-Elite am wenigsten besorgt. Die vernünftigen Menschen beiderseits des Atlantiks begreifen längst, dass Russland niemanden in Europa angreifen will.“

    Das Gerede von einem Schutz vor „Russlands Militär-Aggression“ sei nur ein Propaganda-Deckmantel: „Die USA brauchen das Nordatlantische Bündnis, um die europäischen Staaten zu zügeln und im eigenen Interesse zu lenken.“

    „Es gibt genug Belege dafür. Etwa die Sanktionen gegen Russland, die von den Europäern  auf Washingtons Forderung eingeführt wurden, fügten Europa einen Schaden in Höhe von 100 Milliarden Euro zu, wobei die USA selbst praktisch nicht beeinträchtigt wurden. Die Vereinigten Staaten machen nach wie vor Handelsgeschäfte mit Russland im High-Tech-Bereich, indem sie russische Raketentriebwerke, Kernbrennstoff und Titan-Zulieferteile für Boeing gerne kaufen“, so Litowkin.

    „Was Washington am meisten befürchtet, ist ein Verlust jener Instrumente, mit denen Europa über die Nato gelenkt wird. Zumal in der EU schon mehrmals die Aufstellung einer eigenen Armee ins Gespräch gebracht wurde – wahrscheinlich auch mit dem Ziel, das über Brüssel erfolgende US-Diktat loszuwerden“, so der Kommentar weiter. 

    Mehr zum Thema: Beziehungen Russlands mit den Nato-Staaten

    Litowkin zitiert aus dem jüngsten Artikel des „National Interest“, wonach die Nato ohnehin „krank“ sei, weil es innerhalb der Allianz deutliche Differenzen in Bezug auf den weiteren Kurs gegenüber Moskau gebe: Ein Wahlsieg des Nato-Kritikers Trump könne der „letzte Nagel im Sarg“ der Allianz sein.

    Der russische Experte kommentiert: „Die Krokodilstränen des ‚National Interest‘ über den ‚prämortalen‘ Zustand der Nato sind kein Klagelied um die Sicherheit Europas, die angeblich mit Donald Trumps Einzug ins Weiße Haus zusammenzubrechen droht, sondern ein Klagelied um Europa selbst, das den Einfluss der USA loswerden könnte.“

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    Tags:
    EU, NATO, Russland, USA