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10:28 19 September 2019
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    Situation in Aleppo

    Putin ordnet massive humanitäre Operation in Aleppo an

    © REUTERS / Abdalrhman Ismail
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    Russland beginnt zusammen mit der syrischen Regierung eine großangelegte humanitäre Operation in Aleppo, wie Verteidigungsminister Sergej Schoigu ankündigte.

    „Gemäß dem Auftrag des Präsidenten der Russischen Föderation soll heute zusammen mit der syrischen Regierung mit einer großangelegten humanitären Operation zur Hilfeleistung für die friedliche Bevölkerung von Aleppo begonnen werden“, so Schoigu.

    Ihm zufolge können friedliche Einwohner und die Extremisten, die ihre Waffen niederlegen wollen, Aleppo über drei Korridore verlassen, ein weiterer Korridor ist für Extremisten mit Waffen vorgesehen. „Zur Hilfeleistung für friedliche Einwohner, die von Terroristen als Geiseln genommen wurden, sowie für Extremisten, die ihre Waffen niederlegen wollen, soll das russische Zentrum zur Versöhnung der sich gegenseitig bekämpfenden Seiten zusammen mit den syrischen Behörden drei humanitäre Korridore eröffnen. Im Gebiet dieser humanitären Korridore sollen Ausgabestellen für warmes Essen und erste medizinische Hilfe eröffnet werden“, so der Minister. 

    Laut dem russischen Verteidigungsministerium rechnet Moskau weiterhin damit, von den USA die Koordinaten der Gebiete zu bekommen, in denen sich die Einheiten der Freien syrischen Armee befinden. Auch Angaben über die Einheiten der gemäßigten Opposition sowie deren Waffen und Technik, darunter die Zahl der Panzer, Schützenpanzerwagen und Artilleriegeschosse, werden weiterhin erwartet. 

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    „Angesichts der Tatsache, dass die US-Partner uns keine Angaben über die Trennung von Dschebhat an-Nusra und der Freien syrischen Armee bereitstellten, soll im Norden von Aleppo in Richtung Castello-Straße der vierte Korridor für einen sicheren Abzug der Extremisten mit Waffen geschaffen werden“, so Schoigu.

    Das russische Verteidigungsministerium ruft die syrische Regierung dazu auf, eine Amnestie für Extremisten zu gewährleisten, die nicht in blutige Verbrechen verwickelt sind und ihre Waffen niederlegen werden. Syriens Präsident Baschar al-Assad verabschiedete einen Erlass über die Amnestie für alle bewaffneten Personen sowie diejenigen, die zuvor keine Haftstrafen hatten, wenn sie ihre Waffen niedergelegt und die Personen freigelassen haben, die von ihnen gewaltsam festgehalten wurden.

    Zur humanitären Hilfe

    „Wir haben die gegeneinander kämpfenden Seiten mehrmals zur Versöhnung aufgerufen, doch die Extremisten verletzten jedes Mal den Waffenstillstand, beschossen Ortschaften, attackierten Stellungen der Regierungstruppen. Im Ergebnis entstand in Aleppo und seinen Vororten eine schwierige humanitäre Situation“, sagte Schoigu. Ihm zufolge werden diese Maßnahmen ausschließlich zur Gewährleistung der Sicherheit der Einwohner von Aleppo getroffen.

    Schoigu befahl die Lieferung von Lebensmitteln und Bedarfsgütern für die Einwohner von Aleppo per Luft. „Für die friedlichen Einwohner, die von Extremisten blockiert wurden, muss die Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten und Bedarfsgütern per Luft organisiert werden. Besondere Aufmerksamkeit ist der Lieferung von Kinder- und Krankenpflegeartikeln und Hygieneartikeln zu widmen“, so Schoigu.

    Der russische Verteidigungsminister hat auch angewiesen, die Einwohner von Aleppo mithilfe von Flugblättern, SMS und Lautsprechern über die Routen zum Verlassen der Stadt zu informieren.

    Lage in Syrien und Waffenstillstand

    In den letzten zwei Wochen kamen in Syrien bei Selbstmordattentaten auf Stellungen der syrischen Regierungstruppen mehr als 500 Menschen ums Leben, rund 2000 wurden verletzt.

    „Allein in den letzten zwei Wochen wurden auf Stellungen der syrischen Regierungstruppen acht Terroranschläge unter Beteiligung von 21 Selbstmordattentätern verübt, wobei drei Schützenpanzer und zwölf mit Sprengsätzen gespickte Autos genutzt wurden. Diese Terroranschläge forderten mehr als 500 Menschenleben, rund 2000 wurden verletzt“, sagte Schoigu.

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    In den letzten drei Tagen haben weitere 77 Ortschaften das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Derzeit seien es insgesamt 294. „Zudem haben die Anführer der bewaffneten Einheiten 61 Anträge zur Einstellung der Kampfhandlungen unterzeichnet“, sagte der Minister.

    Schoigu rief internationale Organisationen zur Teilnahme an der humanitären Operation auf. „Wir schlagen den in Syrien tätigen internationalen humanitären Organisationen vor, sich dieser Operation anzuschließen“, sagte Schoigu.

    Gemäß dem Auftrag des russischen Präsidenten und auf persönliche Bitte des US-Außenministers, John Kerry, schicke das russische Verteidigungsministerium den stellvertretenden Leiter der operativen Hauptverwaltung General Stanislaw Gadschimagamedow mit einer Expertengruppe nach Genf, um Maßnahmen zur Stabilisierung der Lage bei Aleppo auszuarbeiten, so Schoigu.

    Dem Minister zufolge schlägt das Verteidigungsministerium den Partnern vor, sich statt auf die Rhetorik der ständigen Anklage auf die Umsetzung der in der vergangenen Woche in Moskau und Genf erreichten Vereinbarungen zu konzentrieren. Es seien konkrete gemeinsame Handlungen zur Vernichtung des Terrorismus ohne Vorbedingungen nötig. Das russische Verteidigungsministerium sei dazu bereit, so Schoigu.

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    Tags:
    Humanitäre Hilfsgüter, Wladimir Putin, Sergej Schoigu, Syrien, Russland, Aleppo