11:53 03 Dezember 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Präsidentenwahl in USA (2016) (443)
    9229
    Abonnieren

    Donald Trump ist für den Kreml unberechenbar, deshalb kann Russland bei der US-Präsidentschaftswahl nicht auf ihn allein setzen, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

    Der Hackerangriff auf das E-Mail-System der US-Demokraten wäre dem russischen Geheimdienst ganz gut zuzutrauen, ist sich die Zeitung sicher, denn diese Kyber-Attacke hat  die Wahlkampagne der ehemaligen US-Außenministerin Hillary Clinton tatsächlich beeinträchtigt. Die Demokraten-Parteiführung  wurde durch die Veröffentlichung  ihrer E-Mails blamiert, was  Clinton einen Dämpfer im Kampf gegen Donald Trump gibt, der „mit Wladimir Putin offenbar gut kann". Allerdings wäre es voreilig, zu behaupten, Moskau versuche die US-Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen.

    Wenn auch irgendjemand aus Russland dahintersteckt, würde es Russland nicht nützen, Trump im Wahlrennen zu unterstützen, so die Zeitung. Denn die Demokraten versuchen es sowieso, angebliche  gesellschaftliche und politische  Interessen  aufzuweisen, die Trump  mit Russland verbinden. Schließlich dürfte das  Label „Putin-Freund" die Wähler verschrecken und Trump Stimmen kosten.

    Zudem könne man die Präferenzen Russlands in dieser Frage nicht eindeutig einschätzen, heißt es weiter. Einerseits würde es von einem Präsidenten Trump profitieren, da er kein Interesse  für die Weltlage und Interventionismus zeige. Eine solche Position des US-Präsidenten  würde eine Chance für Russland bedeuten, „sein  Gewicht zu erhöhen."

    Andererseits aber sei der US-Milliardär für den Kreml unberechenbar, während Clinton „eine stabile Rivalin abgäbe", mit der Russlands „Staatspatriotismus" es sogar leichter hätte, so die Zeitung abschließend.

    Am 22. Juli hatte die Webseite WIkiLeaks  rund 20.000 E-Mails und Dokumente der US-Demokraten veröffentlicht, die darauf  hinwiesen, dass  sich die demokratische Parteiführung im Zuge der Präsidenten-Vorwahl nicht neutral verhielt und den innerparteilichen Rivalen von Clinton, Bernie Sanders, in Verruf bringen wollte.

    Aus den Reihen der US-Demokraten wird immer wieder eine „russische Spur" bei den Cyber-Angriffen betont, die davon zeugen solle, dass Moskau aktiv den Republikaner-Kandidaten Donald Trump unterstütze.

    Der  Kreml hatte diese Vorwürfe  mehrmals dementiert. „Der russische Präsident Wladimir Putin hat mehrmals gesagt, dass sich Russland nie in die inneren Angelegenheiten anderer Länder, besonders in Wahlprozesse, eingemischt hat und einmischen werde", sagte Kremlsprecher  Dmitri Peskow diesbezüglich am  Mittwoch.

    Inzwischen hatten Vertreter des US-Nachrichtendienstes mitgeteilt,  dass die Hacker, die das E-Mail-System der US-amerikanischen Demokratischen Partei geknackt hatten, sich bewusst als Russen inszenieren konnten, indem sie kyrillische Symbole in Metadaten hinterließen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Präsidentenwahl in USA (2016) (443)

    Zum Thema:

    E-Mail-Skandal bei US-Demokraten: „Russische Cyber-Spur“ extra gelegt
    Assange: Hacker-Vorwürfe gegen Russland lenken von US-Demokraten-Mails ab
    Hackerangriff auf US-Demokraten: Assange zu Spekulationen über Verwicklung Russlands
    Lawrow scherzt über „russische Spur“ bei Cyberattacke auf Post der US-Demokraten
    „Russen, gebt die Mails zurück“ - Trump will nur gescherzt haben
    Tags:
    E-Mail-Skandal, US-Präsidentschaftswahl 2016, Hillary Clinton, Donald Trump, Russland, USA