06:24 25 September 2017
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    Türkische Soldaten auf dem Taksim-Platz in Istanbul

    US-Geheimdienst beklagt „Partner-Säuberung“ in türkischer Armee

    © REUTERS/ Murad Sezer
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    Putschversuch in der Türkei (231)
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    Die zahllosen Entlassungen und Festnahmen ranghoher Offiziere nach dem Putsch in der Türkei schwächen Ankaras Möglichkeiten als Partner im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS, Daesh), wie der US-Geheimdienstdirektor James Clapper, erklärte.

    Die nach der Unterdrückung des Putschversuches in der Türkei vom Präsidenten Recep Tayyip Erdogan veranlasste Säuberungswelle in der Armee könne aus amerikanischer Sicht zu einer Schwächung der Kampfbereitschaft gegen die Terrormiliz IS führen.

    Der US-Geheimdienstdirektor sagte weiter, das habe schwere Folgen, weil alle Bereiche des türkischen Sicherheitsapparats betroffen seien. „Es steht außer Frage, dass das unsere Kooperation mit den Türken zurückwerfen und schwieriger machen wird", sagte Clapper am Donnerstag bei einer Sicherheitskonferenz in Aspen.

    Nach der Unterdrückung des Putsches in der Türkei wurden fast 1.700 Militärs entlassen, darunter etwa 40 Prozent der Generäle und Admiräle. Mehr als 120 Offiziere im Generalsrang sollen verhaftet worden sein, wie die Agentur Reuters meldete.

    Die USA nutzen das Territorium der Türkei für den Kampf gegen den IS. Vom Nato-Militärstützpunkt Incirlik fliegen amerikanische Flugzeuge Angriffe gegen Positionen der Terroristen im Irak und in Syrien. Außerdem liegt an der Grenze zu Syrien ein gemeinsames Koordinationszentrum der CIA und des türkischen Nationalen Nachrichtendienstes (MIT), zu dessen Funktionen vermutlich auch die Unterstützung der gemäßigten syrischen Opposition gehört.

    Am 15. Juli hatte eine Gruppe türkischer Militärs einen Putschversuch unternommen, der nach wenigen Stunden scheiterte. Die türkischen Sicherheitskräfte nahmen bislang rund 6.000 Personen fest, darunter ranghohe Militärs. Bei dem versuchten Umsturz kamen nach den jüngsten Angaben des Innenministeriums in Ankara 290 Menschen ums Leben, es gab fast 2.000 Verletzte. Nach dem Putschversuch in der Türkei wurden insgesamt mehr als 13.000 Personen verhaftet.

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