14:00 24 September 2017
SNA Radio
    US-Atomsprengkopf

    25 Jahre START-1-Vertrag: Haltung der USA verhindert weitere Abrüstung - Experten

    © AP Photo/ Charlie Riedel
    Politik
    Zum Kurzlink
    1474424

    Der vor 25 Jahren, am 31. Juli 1991, über die Begrenzung und Reduzierung strategischer Offensivwaffen, START I, war „zunächst ein großer Fortschritt, weil es die Befürchtungen einer Bedrohung durch sogenannten nuklearen Overkill beendet, zumindest eingeschränkt hat“, so Klaus Hartmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes.

    Nach dem Wettrüsten im Kalten Krieg verpflichteten sich die USA und die Sowjetunion erstmals zum Abbau ihrer strategischen Kernwaffen.

    Der Vertrag wurde in den letzten Monaten der Existenz der Sowjetunion abgeschlossen. Bald danach lösten sich der Warschauer Vertrag  und die Sowjetunion auf. Aber auf Seiten der westlichen Vertragspartner wurden keinerlei Schritte unternommen, entsprechend gleichgewichtig die Bedrohungsszenerie abzubauen, meinte Hartmann in einem Sputnik-Gespräch.

    „Während der Warschauer Militärvertrag sich auflöste, wurden die Forderungen nach einer Auflösung der Nato zurückgewiesen. Eine neue Aufgabenstellung für die Nato wurde fieberhaft gesucht, und von daher standen die gesamten weiteren Verträge und Abrüstungsbemühungen schon unter keinem guten Stern“, betonte er.

    Der Prozess des Abbaus der strategischen Offensivwaffen zwischen den USA und Russland könnte auch heute fortgesetzt werden, wäre da nicht die Position der USA, wegen der Russland keine weitere Reduzierung seiner Arsenale akzeptieren kann, wie der Moskauer Experte für Rüstungskontrolle Wladimir Kosin für Sputnik sagte.

    Zwischen Moskau und Washington gebe es 15 nicht geregelte Fragen in der Sphäre der Rüstungskontrolle, merkte der Experte an. Laut „The Washington Post“ erörtert die Obama-Administration gegenwärtig ein Paket von Vorschlägen, um es Russland vorzulegen. Einer dieser Vorschläge betreffe die Bereitschaft, auf zweiseitiger Basis das Festhalten an der Politik der Nichtanwendung von Kernwaffen gegeneinander bei einem Erstschlag zu verkünden.

    Mehr zum Thema: Nato-Paradox — Neue Raketenbasis in Osteuropa für mehr Dialog mit Russland?

    Laut Kosin „soll er jedoch nicht über die Presse, sondern über die diplomatischen Kanäle der russischen Seite überbracht werden, damit Russland offiziell darauf  reagieren kann.“

    Sogar in der ersten Phase des Kalten Krieges sei es gelungen, sechs Vereinbarungen mit den Amerikanern über strategische Offensivwaffen, eine zu den Kurz- und Mittelstreckenraketen sowie mehrere Vereinbarungen über vertrauensbildende Maßnahmen, zwei Konventionen zum Verbot der Herstellung von C- und B-Waffen sowie zur Vernichtung der Vorräte an diesen Waffen wie auch andere Vereinbarungen abzuschließen. In den letzten Jahren aber, wo der Westen behauptet, der Kalte Krieg sei zu Ende, hätten Russland und die USA lediglich einen START-III-Vertrag in Prag unterzeichnet, fügte er hinzu.

    Zum Thema:

    Russlands Austritt aus START-III-Vertrag als Antwort auf Nato-Raketenschild möglich
    WP: USA wollen START-Vertrag mit Russland verlängern - Medien
    Kreml widerspricht Obama: Kritik zu INF-Vertrag unbegründet
    Atomabrüstung: Russland lehnt neue Verhandlungen mit USA ab
    Tags:
    Start-3-Vertrag, USA, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren