02:51 26 Januar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 617
    Abonnieren

    Auch nach den jüngsten Entscheidungen der Nato lotet Moskau die Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit aus. Das russische Verteidigungsministerium hat Vertreter des Bündnisses zu sicherheitspolitischen Konsultationen eingeladen, um Vorfälle zu Wasser und in der Luft zu vermeiden und das Vertrauen im Grenzgebiet zu fördern.

    Trotz der Meinungsverschiedenheiten über die Beschlüsse des Nato-Gipfels in Warschau sei Russland zu einem konstruktiven Dialog mit der Nato bereit, insbesondere bei den Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse, sagte der russische Vize-Verteidigungsminister  Anatoli Antonow am Montag.

    Russland habe Militärexperten der Nato im September nach Moskau eingeladen, um über die militärisch-politische Situation in Europa zu beraten. Dabei bestehe Moskaus Anliegen darin, zu erreichen, dass die Militärflugzeuge beider Seiten künftig nur mit eingeschalteten Transpordern über der Ostsee fliegen.

    Zudem biete Russland den Verteidigungsministerien von Lettland, Litauen, Estland, Schweden und Finnland Konsultationen an, „um gegenseitig die Besorgnis über militärische Aktivitäten im Grenzgebiet abzubauen“, sagte Antonow weiter. Darüber hinaus habe Russland die Nato-Beobachter zu dem internationalen militärischen Wettbewerb  „Armespiele 2016“ und zu der für September geplanten Großübung „Kawkas 2016“ eingeladen.

    All diese Vorschläge habe das Verteidigungsministerium bei einem Treffen mit ausländischen Militärattachés am 29. Juli offiziell unterbreitet, so Antonow.

    Die Nato-Staaten hatten bei ihrem Gipfel Anfang Juli in Warschau beschlossen, vier Kampfbataillone in Polen, Estland, Lettland und Litauen zu stationieren. Die Bundeswehr soll das Bataillon in Litauen mit mehreren hundert Soldaten anführen. Moskau kritisierte diese Entscheidungen scharf: Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa beschuldigte die Nato, die Parität zu ruinieren und die Aufmerksamkeit von der eigenen destruktiven Rolle bei Konflikten in verschiedenen Regionen der Welt abzulenken.

    In den letzten Jahren hatte die Nato bereits neue Militärstützpunkte gebaut und ihre Truppen in Osteuropa verstärkt. Laut Generalsekretär Jens Stoltenberg ist die nordatlantische Allianz nun so stark wie noch nie seit dem Kalten Krieg.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Nato provoziert Russland mit Stärkung der Ostflanke – französische Medien
    Training in West-Russland: S-400 wehren „massiven Luftangriff“ ab
    Moskau: Nato lenkt von eigener destruktiver Rolle bei Konflikten ab
    Tags:
    NATO, Russland