09:16 27 Juni 2019
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    PARTEI zum Nazi-Plakat: „Ich denke, das waren gut investierte 90 Euro“

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    Die PARTEI hat jüngst das Foto eines Wahlplakats mit der Aufschrift „Hier könnte ein Nazi hängen“ auf Facebook und Twitter geteilt – was viele Likes aber auch empörte Reaktionen zur Folge hatte. Wir haben uns mit dem Landesvorsitzenden der PARTEI in Berlin Riza Cörtlen über das Plakat unterhalten.

    Am 30. Juli war es, dass im Namen Martin Sonneborns auf Twitter und Facebook das Foto eines Wahlplakats auftauchte, dass in Berlin aushängt. Die Aufschrift des Plakats, das an einer Laterne befestigt ist, lautet: „Hier könnte ein Nazi hängen.“ Dieser Post gewann sofort an Fahrt und sammelte auf Facebook innerhalb von zwei Tagen fast 6.000 und auf Twitter an die 1.200 Likes. Aber auch negative Stimmen häuften sich, die in dem Plakat keine Satire, sondern einen Aufruf zu Gewalt sahen. Doch die PARTEI sieht das Ganze anders und vor allem: gelassen.

    Auf die Frage, wessen Idee das Plakat gewesen sei, antwortete Riza Cörtlen in einem Sputnik-Interview zu unserem Kollegen Matthias Witte: „Im Internet habe ich gelesen, Martin Sonneborn hätte die Idee gehabt – das ist leider nicht richtig. Martin Sonneborn ist ja bekanntermaßen seit Jahren in Brüssel verschollen und deswegen müssen wir hier unsere Ideen selber machen. Wir haben in unserer Vorstandssitzung vor vier oder fünf Wochen das Thema behandelt: Wie kann man mit 90 Euro Wahlkampf machen? Und da kam dann das dabei raus." Den Betrag von 90 Euro bezeichnete der Landesvorsitzende Berlins dabei als eine gute Investition.

    Die Reaktionen auf das Plakat sind aus Cörtlens Sicht ausgewogen: Es gibt Hasskommentare und es gibt Lob. „Wie es in der Demokratie so ist“, sagte Cörtlen dazu lakonisch. „Der eine findet es gut, der andere Scheiße.“

    Für die Kritiker der Plakataktion findet er einfache Worte: „Na, es sind halt Nazis. Und wenn ich ein Nazi wäre, würde mir so was auch nicht gefallen. Natürlich benutzen Nazis ähnliche Slogans, ich erinnere an „Gasgeben" und so was. Aber wenn das andere Leute machen, dann sind die – wie soll ich das sagen — ein bisschen angepisst.“

    Dass das Plakat die Sprache der Nazis aufnimmt und spricht, kommentiert ein Tweet der PARTEI auf Twitter, in dem das kontrovers diskutierte Plakat einem Plakat der Rechten gegenübergestellt wird:

     

    Ob man die PARTEI für das Plakat belangen könnte? Cörtlen sieht das nicht so: „Es ist nur dann strafrechtlich relevant, wenn man denkmalgeschützte Laternen benutzt oder wenn man die Nummern der Laternen zuhängt – das darf man nicht machen. Ansonsten ist das alles einwandfrei.“

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    Nazis, Die Partei, Riza Cörtlen, Deutschland