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    Präsidentenwahl in USA (2016) (443)
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    Dem republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump werfen die Opponenten eine nahezu prorussische Haltung vor. Doch, wie es nun in einem russischen Kommentar heißt, ist diese Kritik lächerlich und geht darauf zurück, dass Trump jenen Teil der Elite irritiert, die ein globales US-geführtes Reich will.

    Wie die russische Onlinezeitung vz.ru am Dienstag schreibt, wird Russland derzeit aktiv mit dem Vorwurf konfrontiert, sich in den US-Wahlkampf einzumischen: „Russland soll den E-Mail-Wechsel der Demokraten-Parteispitze gehackt haben, um Clinton bloßzustellen und den Wahlausgang zu beeinflussen. Dabei wirft man Trump vor, nicht nur die russische Bedrohung zu missverstehen, sondern auch sich bei Diktator Putin (Ausdruck von Bíden) einzukratzen (Ausdruck von Obama).“

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    Ein Wandbild von Hillary Clinton in einem knappen Stars-and-Stripes-Badeanzug in einem Vorort von Melbourne
    © REUTERS / Jarni Blakkarly
    Diese Vorwürfe seien aber lächerlich: „Amerika verfällt in die ihm so gewohnte russlandfeindliche Hysterie, obwohl es selbst als einziges Land weltweit sich berechtigt sieht, in die inneren Angelegenheiten aller anderen Länder einzumischen, und tut das auch seit mehr als einem Jahrhundert. Diese Einmischung erfolgt mit allen möglichen Mitteln, die nur durch die Widerstandskraft der anvisierten Objekte begrenzt sind. Die Palette reicht von militärischen Invasionen bis hin zu ideologischen Kriegen, von subversiver Arbeit bis hin zu Staatsstreichen, vom finanziellen Einfluss bis hin zu Sanktionen. Und vor diesem Hintergrund will man die Amerikaner davon überzeugen, dass Russland ihre inneren Angelegenheiten irgendwie beeinflusse.“

    „Die Ausmaße dieser Kampagne sind mittlerweile dermaßen groß, dass man mit Sicherheit prognostizieren könnte: Das Thema des ‚russischen subversiven Einflusses‘ wird zu jenen Trümpfen gehören, die die Demokraten im verbleibenden Zeitraum vor der Wahl gegen Trump ausspielen werden“, so die russische Onlinezeitung.

    Sie kommentiert: „Tatsächlich betrachtet Trump Russland weder als Feind noch als Gegner, denn er selbst ist kein Befürworter einer globalen Welt nach amerikanischem Muster. Trump ist zwar kein Isolationist, aber auch kein Globalist. Für ihn ist Amerika über alles, das beste Land, das auch das stärkste sein soll. Er hält Amerika aber für keinen Montagepunkt eines globalen nationsübergreifenden Reiches. Wenn man sich also mit Russland und Putin über konkrete Dinge verständigen kann (über den Nahen Osten oder sonst etwas), soll das getan werden.“

    US-Wahl: So finanzieren sich die US-Präsidentschaftskandidaten
    © Sputnik /
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    Im Kommentar von vz.ru heißt es weiter, Trump sei weder prorussisch noch russlandfeindlich: „Es wäre für Russland einfacher, mit Amerika unter Trump zu reden. Amerika unter Trump wäre eine geringere Bedrohung für die Welt im Allgemeinen und für Russland im Besonderen.“

    Die Onlinezeitung prognostiziert weiter, im Fall eines Wahlsieges von Trump werde es ihm zwar nicht gelingen, die in der US-Elite herrschenden „globalistisch-expansionistischen“ Kräfte zu entmachten. Der Einfluss dieser Kräfte könne aber vielleicht begrenzt werden: „Wird Trump das schaffen? Zumindest wird er versuchen, falls er ins Weiße Haus einzieht.“

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    Tags:
    Bedrohung, US-Präsidentschaftswahl 2016, Donald Trump, Hillary Clinton, Wladimir Putin, USA, Russland