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    Kiew. Mai 2014

    Wie am Maidan-Vorabend: Diplomatischer Trubel in Kiew

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    Politik
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    Regelung der Krise in der Ukraine (2436)
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    USA, EU und Russland bereiten sich auf ein ernsthaftes und entscheidendes Gespräch zur Ukraine vor: Davon zeugt womöglich die Ablösung der diplomatischen Vertreter Washingtons, Brüssels und Moskaus in Kiew, wie die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ schreibt.

    Aktuell sieht die diplomatische Situation in Kiew so aus: Den amerikanischen Botschafter Geoffrey Pyatt wird Marie Yovanovitch ablösen, anstelle des EU-Diplomaten Jan Tombiński kommt Hugo Mingarelli. Für das Amt des russischen Botschafters in der Ukraine hat Moskau den Präsidentenvertreter im Föderationskreis Wolga, Michail Babitsch, angeboten, nachdem Russlands Präsident Wladimir Putin den bisherigen Botschafter in der Ukraine, Michail Surabow, in der vergangenen Woche abberufen hatte.

    Ähnlicher diplomatischer Trubel war in Kiew am Maidan-Vorabend zu beobachten, in den Jahren 2012 und 2013. Die damaligen Diplomaten waren vielen Experten zufolge allerdings nicht annähernd so stark und einflussreich wie die jetzigen Kandidaten.

    Die Amerikanerin Marie Yovanovitch war 2001 bis 2004 stellvertretende Botschafterin der USA in Kiew. Sie sei eine einflussreiche Diplomatin und wird dem Zeitungsbericht zufolge auf ihrem neuen Posten alle Kontakte zwischen Kiew und Washington unter eigene Kontrolle nehmen.

    Auch der neue Chef der EU-Vertretung in der Ukraine, Hugo Mingarelli, ist eine bedeutende Figur: Bis Ende 2010 leitete er eine europäische Delegation bei den Verhandlungen bezüglich des Assoziierungsabkommens Ukraine–EU.

    Moskau, Washington und Brüssel schicken somit starke Vertreter nach Kiew, die die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen mitlenken sollen, so „Nesawissimaja Gaseta“. Der Politologe und Ukraine-Experte Konstantin Bondarenko meint, dass es angesichts der Periode vor den Wahlen und der sich angehäuften Probleme eng für alle beteiligten Parteien werde. „Der Herbst wird heiß. Die Frage ist nun, ob es nur am Verhandlungstisch oder auch in der Donbass-Region so heiß wird. Eine Antwort steht noch aus“, so Bondarenko.

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    Tags:
    Krise, Diplomatie, Botschafter, Michail Surabow, Geoffrey Pyatt, Europäische Union, USA, Russland, Ukraine