13:40 26 Januar 2020
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    Moskau hat den USA vorgeschlagen, die russischen Staatsbürger Konstantin Jaroschenko und Viktor Bout gegen Amerikaner auszutauschen, die in Russland eine Haftstrafe verbüßen. Das bestätigte Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow.

    Zuvor hatte die Zeitung „Iswestija“ geschrieben, dass ein Austausch möglich sei. Nach eigenen Angaben gehe es um 13 Staatsbürger der USA, von denen drei bereits ein Gesuch über ihre Überführung in die Heimat unterzeichnet haben.

    „Es ist kein Geheimnis und sehr seltsam, dass das alles als Sensation wahrgenommen wird, dass wir den amerikanischen Kollegen vorgeschlagen haben, die Mechanismen der Konvention des Europarates von 1983 zur Übergabe verurteilter Personen zur Strafverbüßung im Lande ihrer Staatsbürgerschaft zu nutzen, um die USA von den Lasten für die Haft von Konstantin Jaroschenko und Viktor Bout zu befreien“, sagte Rjabkow gegenüber der Presse.

    Wie der Diplomat bekräftigte, hat Russland den USA vorgeschlagen, „ein ähnliches Schema in Bezug auf US-Staatsbürger zu erwägen“, die gegenwärtig eine Haftstrafe in Russland verbüßen. 

    Mehr zum Thema: „Viel zu hart“: US-Ex-Bundesrichterin rügt ihr Urteil gegen russischen „Waffenbaron“

    Dabei verwies der Diplomat darauf, dass die Einzelheiten des Sujets vertraulich erörtert werden müssten, da es um konkrete Menschenschicksale gehe. „Konkrete Schemata und Namen – das ist keine Frage, die man publik machen muss. Aber wenn es schon um Jaroschenko geht, so ist er unter jenen, die wir nach diesem Schema befreien möchten, ebenso wie Bout. Ich versichere Konstantin Jaroschenkos Mutter und seiner Ehefrau, dass wie uns maximal darum bemühen“, ergänzte Rjabkow.

    Der Diplomat äußerte ebenfalls die Hoffnung, dass „unter allen Umständen, bei den äußerst komplizierten Beziehungen zu den USA, humanitäre Überlegungen in Washington die Oberhand über die von der politischen Konjunktur bedingten Beweggründe und Bestrebungen gewinnen, auch tragische humanitäre Situationen mit unseren Staatsbürgern als Wechselmünze, als ‚Joker‘ im Spiel mit Moskau zu verwenden“, schloss Rjabkow. 

    Mehr zum Thema: US-Richterin bestätigt Politisierung der Rechtsprechung in den USA

    Konstantin Jaroschenko verbüßt im Gefängnis in Fort Dix (US-Staat New Jersey) eine 20-jährige Haftstrafe, zu der ihn 2011 ein amerikanisches Gericht wegen eines angeblichen „Komplotts zwecks einer großen Drogenlieferung auf das Territorium Amerikas“ verurteilt hatte. Er war am 28. Mai 2010 in Liberia festgenommen und dann in die USA gebracht worden.

    Viktor Bout (Wiktor But) wurde im Ergebnis einer Sonderoperation von US-Geheimdiensten im März 2008 in Bangkok (Thailand) festgenommen und später in die USA gebracht, wo ihn Geschworene in allen vier Punkten der Anklage des Komplotts zwecks Waffenlieferung an eine terroristische Organisation schuldig gesprochen haben. Die im Fall des Geschäftsmannes Bout den Vorsitz führende US-Bundesrichterin Shira Scheindlin bekannte nach ihren Eintritt in den Ruhestand, dass das Urteil gegen Bout „viel zu hart und nicht adäquat“ sei. Das Gericht hatte ihn zu 25 Jahren Haft verurteilt.

    Beide – Konstantin Jaroschenko und Viktor Bout – haben die gegen sie in den USA erhobenen ungerechten Anklagen entschieden zurückgewiesen. Wie die russischen Behörden seitdem immer wieder bekundeten, werde Russland fortfahren, gegenüber den Behörden der USA beharrlich die Frage nach einer schnellstmöglichen Rückkehr Viktor Bouts und Konstantin Jaroschenkos in die Russische Föderation aufzuwerfen.

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    Tags:
    Konstantin Jaroschenko, Viktor Bout, Russland, USA