17:27 17 Januar 2020
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    Sechzig Christen aus China haben in den letzten fünf Monate Asyl in Tschechien beantragt, wie die Prager Nachrichtenseite Ihned unter Berufung auf eigene Quellen des Innenministeriums berichtet.

    „Es handelt sich dabei um Christen, die (in China – Anm. d. Red.) für ihren Glaube verfolgt werden. Sollte das tschechische Innenministerium diesen Menschen internationalen Schutz gewähren, wird offiziell anerkannt, dass Menschenrechte in China verletzt werden“, heißt es auf der Nachrichtenseite.

    Diese Situation bereite der Tschechischen Regierung, die sich um eine maximale Zunahme an Investitionen aus China bemüht, große Probleme. In den letzten zwei Jahren besuchte Präsident Miloš Zeman zusammen mit großen Wirtschaftler-Delegationen bereits zweimal Peking.

    Der Vorsitzende der VR China, Xi Jinping, war seinerseits im März in Prag zu Besuch. Dabei wurden zwischen führenden chinesischen und tschechischen Unternehmen große Handels- und Investitionsverträge unterzeichnet. In Prag geht man davon aus, dass die Zahl derartiger Verträge in den kommenden Jahren zunehme.

    Die Personen, die sich an die tschechischen Behörden mit der Bitte um Asyl gewendet haben, sind nach Ihned-Angaben Mitglieder von zehn verschiedenen christlichen Kirchen. Die Situation jeder einzelnen Person müsse getrennt behandelt werden. Alle Flüchtlinge seien in Zentren für Asylbewerber in den Städten Kostelec nad Orlicí und Havířov untergebracht. Bislang sei noch keine Entscheidung getroffen worden.

    „Wir stehen noch ganz am Anfang (des Prüfungsverfahrens der Anträge – Anm. d. Red.) und können derzeit keine Information über unsere Kunden veröffentlichen“, zitiert die Nachrichtenseite die Mitarbeiterin der Hilfeorganisation für Flüchtlinge, Jana Frankova.

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    Tags:
    Investitionen, Verfolgung, Christen, Migranten, Asyl, Miloš Zeman, Xi Jinping, China, Tschechien