11:16 16 Juni 2019
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    Irans Behörden lassen zehn Sunniten hinrichten

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    Die iranischen Behörden haben zehn inhaftierte Sunniten trotz Proteste von Menschenrechtlern hingerichtet, berichtet „The Guardian“.

    „Viele, wenn nicht alle der Festgenommenen wurden ungerecht vor Gericht gestellt und zur Todesstrafe auf Grundlage von Angaben verurteilt, die unter Folter erhalten wurden“, teilte die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights mit.

    Unter den Hingerichteten war der 28-jährige Kurde Schahram Ahmadi, der wegen seiner angeblichen Teilnahme an einer radikalen Islamistenorganisation für schuldig erklärt wurde. 2009 wurde er in der Stadt Sanandaj festgenommen, der Prozess lief nur wenige Minuten. Amnesty International verurteilte den Prozess als rechtswidrig.

    Die iranischen Behörden gaben keine offizielle Mitteilung über die hingerichteten Häftlinge heraus. Erst am Mittwoch teilte das Sicherheitsministerium mit, dass Todesstrafen gegen radikale Islamisten der Gruppierung „Monotheismus und Dschihad“, die im Iran angeblich neue Mitglieder anwerben wollte, vollzogen worden seien. 

    Nach Angaben einer iranischen Nachrichtenagentur versprach der Richter am 17. Mai einem Gefangenen, dass er zwar gehängt werde, jedoch im Falle seiner Unschuld direkt ins Paradies komme.

    Mehr zum Thema: Saudi-Arabien: Fast 70 Hinrichtungen seit Jahresbeginn

    Am 2. Januar wurde berichtet, dass in Saudi-Arabien die Todesstrafe gegen 47 Menschen vollzogen wurde, die wegen Beteiligung am Terrorismus verurteilt wurden. Unter den Hingerichteten ist der schiitische Prediger Nimr al-Nimr, Teilnehmer der Massenproteste gegen Riad 2011 im Osten des Landes, wo die Schiiten seit langem Diskriminierungen beklagen.

    Die Hinrichtung des Predigers löste scharfe Kritik im Iran aus. Laut den iranischen Behörden ist das Geschehene der Auftakt zum Zusammenbruch des repressiven Regimes.

    In Teheran löste die Hinrichtung des schiitischen Scheichs Unruhen aus. In der Nacht zum 3. Januar drangen Protestierende in die saudisch-arabische Botschaft in Teheran ein. Die Eindringlinge zerstörten Möbel und versuchten, Feuer zu legen, wurden allerdings von der Polizei vertrieben.

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