14:18 26 Februar 2020
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    Der ehemalige Jurist des russischen Ölkonzerns Yukos Dmitri Gololobow hat vor einem amerikanischen Gericht, das sich mit der Klage gegen Russland im Rahmen des Falls Yukos beschäftigt, über Gesetzesverletzungen des Unternehmens, unter anderem über ein illegales Vorgehen auf dem US-Aktienmarkt und Verstöße bei der Privatisierung, ausgesagt.

    Die Klage der Firmen Hulley Enterprises, Yukos Universal und Veteran Petroleum gegen die Russische Föderation wird vor einem Bezirksgericht in Columbia verhandelt. Zuvor hatte ein Schiedsgericht in Den Haag den einstigen Yukos-Aktionären eine Entschädigung in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar seitens Russlands zugesprochen. Später wurde diese Entscheidung jedoch von einem höheren Gericht außer Kraft gesetzt.

    „Ich war für die Analyse von Wegen zuständig, auf denen Chodorkowski und seine nächsten Mitarbeiter sich mehr als 70 Prozent der Yukos-Aktien angeeignet haben. Ich weiß zudem, wie sie eine ganze Kette von Briefkastenfirmen einsetzten – sowohl in Russland als auch in Steueroasen“, so Gololobow.

    Es handelt sich um die Aneignung von mehr als 70 Prozent der Yukos-Aktien in den Jahren 1995 und 1996, die nach Meinung des Juristen von illegalen Auszahlungen an Personen begleitet wurde, die in den Yukos-Aufsichtsrat vom Staat ernannt worden waren, um die Ausführung von Unternehmensaktien ins Ausland unter Umgehung von gesetzlichen Normen, um die Vernichtung von Dokumenten und Verletzungen der Kreditgeberrechte im Kontext der Insolvenz der Bank Menatep im Jahr 1998, um die Weigerung des Konzerns, in den frühen 2000er-Jahren US-amerikanische Hinterlegungsscheine zu emittieren, weil dadurch das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung der Yukos-Führung in den USA wachsen würde, um die Ausführung der Yukos-Aktiva durch eine dem Konzern untergeordnete Firma, nachdem 2004 und 2005 Yukos‘ große Steuerschulden entdeckt worden waren, sowie um viele andere Aspekte.

    „Ich und meine Yukos-Kollegen, die diverse Führungsposten bekleideten, hatten Angst, dass die Aufdeckung dieser illegalen Handlungen zur Renationalisierung von Yukos führen würde, wie auch möglicherweise zur strafrechtlichen Verfolgung der Oligarchen wegen Betrugs, Bestechung und Absprache bei Ausschreibungen“, ergänzte der ehemalige Jurist des Konzerns.

    Zudem behauptete er, dass alle Ausschreibungen der Ölgesellschaft gefälscht worden wären, denn es hätte kein einziges Mal wahre Käufer gegeben. Er und seine Kollegen hätten Chodorkowski und die anderen leitenden Mitarbeiter stets vor solch einer riskanten Politik gewarnt.

    Am 20. April hatte ein Gericht in Den Haag die frühere Entscheidung des dortigen Schiedsgerichts annulliert, dass der russische Staat den früheren Yukos-Aktionären eine Abfindung von 50 Milliarden Dollar zahlen müsste. Danach zogen letztere ihre Klagen in Frankreich, Deutschland und Indien zurück.

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    Tags:
    Yukos, Dmitri Gololobow, Michail Chodorkowski, Russland, USA