14:02 01 Oktober 2020
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    Karabach-Konflikt (134)
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    Russland beansprucht nicht das Monopol bei der Suche nach einer Beilegung des Berg-Karabach-Konflikts, wie Russlands Präsident Wladimir Putin in einem Interview mit der aserbaidschanischen staatlichen Nachrichtenagentur AZERTAC erklärte.

    Putin betonte, dass gerade Russland die entscheidende Rolle bei der Einstellung der umfangreichen Kampfhandlungen in der nicht anerkannten Republik Berg-Karabach Anfang April dieses Jahres gespielt habe.

    „Wir versuchen keineswegs, Aserbaidschan und Armenien irgendwelche fertigen Rezepte aufzudrängen. Die Seiten müssen sich selbst einigen, ohne einen äußeren Druck, und gegenseitig akzeptable Lösungen finden. Das ist unsere feste Position“, hob der Präsident hervor.

    Wie der russische Staatschef anmerkte, tauchen zuweilen Meldungen auf, dass Russland „versucht, die Arbeit zur Berg-Karabach-Regelung zu monopolisieren“ und „andere Vermittler zu verdrängen“.

    „Das ist ein Irrtum. Die dreiseitigen Gipfeltreffen zur Karabach-Thematik (…) ergänzen organisch die Bemühungen der Minsker OSZE-Gruppe zur Regelung dieses Konflikts“, betonte Putin.

    Ihm zufolge sind die USA und Frankreich ebenfalls ernsthaft in die Regelung dieses Konfliktes eingebunden. Eine derartige Herangehensweise sei ein Beispiel dafür, wie „man bei der Beilegung internationaler Konflikte arbeiten kann und muss“.

    Im Prozess der Versuche, den erneut aufgeflammten Konflikt in Berg-Karabach zu regeln, kommt es immer wieder zu episodischen Kampfhandlungen an der Berührungslinie. Aserbaidschan und Armenien haben ihre Bereitschaft zu einer friedlichen Beilegung bekundet, konnten aber bisher keine endgültige Einigung über den Status der Republik Berg-Karabach erzielen.

    Die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken streiten seit Jahrzehnten um das völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörende, aber überwiegend von Armeniern bewohnte Gebiet. Das armenische Militär hält auch weitere aserbaidschanische Gebiete besetzt. Im April waren bei einer Eskalation des Konflikts etwa 120 Menschen auf beiden Seiten getötet worden.

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    Wladimir Putin, Russland, Berg-Karabach