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20:24 19 August 2019
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    Libyen

    Italien folgt USA in den Krieg: „Rom hat kein Stimmrecht“ – Experte

    © REUTERS / Esam Omran Al-Fetori
    Politik
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    Die italienische Regierung hat sich bereit erklärt, die Anti-IS-Offensive der USA in Libyen zu unterstützen. Die Opposition warnt: Italien kann sich so zum Terrorziel machen. Laut dem Militärexperten Mirko Molteni ist diese Sorge nicht ganz unbegründet. Nach seiner Einschätzung bewegt sich Italien seit Jahren willenlos im US-Fahrwasser.

    Laut Italiens Verteidigungsministerin Roberta Pinotti wird das Land den USA notfalls Basen für die Luftangriffe auf die Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) in der libyschen Stadt Sirte zur Verfügung stellen.

    „Technisch gesehen bedeutet das fast Krieg“, kommentierte Molteni, militärischer Kolumnist der Zeitungen „Analisi Difesa" und „Libero“, in einem Gespräch mit Sputnik.

    „Das Eingreifen Italiens in Libyen erhöht die ohnehin hohe Terrorgefahr: Der IS droht bereits seit einiger Zeit mit Terroranschlägen in Italien, insbesondere in Rom als Hauptstadt der katholischen Welt.“

    Dass Italien trotzdem seine Basen der Koalition zur Verfügung stellt, wundert den Experten nicht: „Die italienische Regierung hat kein Stimmrecht. Ihre Untertänigkeit gegenüber den Weltmächten ist die Tendenz der vergangenen Jahrzehnte.“
    Bereits 2011 habe die Berlusconi-Regierung beim Nato-Bombenkrieg gegen das Gaddafi-Regime, der Libyen in Chaos versenkt habe, dem Fahrwasser von Paris und Washington folgen müssen.

    „Italiens Servilität gegenüber den USA hat eine 70 Jahre alte Geschichte und hat mit dem Beitritt zur Nato begonnen“, so der Experte weiter. „Obwohl es die Sowjetunion und den Warschauer Pakt seit langem nicht mehr gibt und Russland unser Verbündeter im Kampf gegen den Terror ist, hat die politische Elite Italiens immer noch die Gewohnheit, den Schutz der eigenen Interessen den USA zu übertragen.“

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    Tags:
    Italien, Libyen, USA