18:50 05 Dezember 2019
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    Flüchtlinge steigen in ein türkisches Boot, um in die Türkei abzureisen

    Bürgerrechtler: „Plan B“ für EU-Flüchtlingsdeal mit Türkei? Perspektivlos!

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    Vor kurzem haben einige Staats- und Regierungschefs der EU dazu aufgerufen, eventuelle Alternativen für das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei zu behandeln. Der Präsident des türkischen Verbandes für Menschenrechte, Ozturk Turkdogan, kommentierte diese Pläne in einem Interview mit Sputnik.

    „Der von der EU behandelte ‚Plan B‘ kann  nur in dem Fall erfolgreich sein, wenn es um die  Flüchtlinge geht, die sich zurzeit in Griechenland aufhalten.  Wenn es aber um Syrien und um die Flüchtlinge innerhalb der Türkei geht, dann wird ohne  die Teilnahme der Türkei weder ein ‚Plan B‘ noch ein ‚Plan C‘ noch irgendein anderer Plan helfen. Unserer Meinung  nach  sind sie auch nicht nötig. Europa  versucht, nicht das Problem als solches, sondern seine  Folgen zu bewältigen. Dabei ist die Wurzel des Problems  in Syrien verborgen.  Es ist verständlich, dass das  Flüchtlingsproblem  ohne Regelung des Syrien-Konflikts  nicht zu lösen ist", sagte Turkdogan.

    Dieses Problem müsse durch eine Friedenskonferenz unter  Mitwirkung aller demokratischen Kräfte Syriens  gelöst werden, betonte er.

    Schließlich wolle niemand seine Heimat verlassen, ist sich Turkdogan sicher. Solle der Frieden  in Syrien gewährleistet sein, würden auch  die meisten Syrer zurückkehren. Dann würde auch der Zuzug der Flüchtlinge nach Europa nachlassen.

    „Sonst können keine Pläne helfen. Flüchtlinge werden so oder so nach Europa kommen.  Wenn nicht  über die Türkei, dann über die Ukraine. Deshalb müssen die Europäer ihre Bemühungen vor allem auf die Sicherung des Friedens  in Syrien konzentrieren. Sie aber verlieren ihre Energie für  irgendwelche Pläne und Abkommen, die im Sinne der Menschenrechte unzulässig sind.  Sie hätten lieber die Syrer vor den terroristischen Gruppierungen retten sollen, die sich in Syrien entlang der Grenze zur Türkei aufhalten", sagte er.

    Von Anfang an habe der  türkische Verband  für Menschenrechte das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei im Sinne des  Flüchtlingsrechts  für unzulässig gehalten, so Turkdogan. Man dürfe  nicht vergessen, dass die Flüchtlinge auch Menschen seien, die ihre Rechte haben, man dürfe keinen politischen Handel betreiben, der ihre unabdingbaren Rechte verletze.

     

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    Migranten, Flüchtlingsabkommen, Syrien, Europäische Union, Türkei