Widgets Magazine
10:02 22 September 2019
SNA Radio
    Politik

    Attentat in Lugansk: Verletzter Republikchef Plotnizki nennt Verantwortliche

    Politik
    Zum Kurzlink
    91127
    Abonnieren

    Der Chef der selbsternannten Volksrepublik Lugansk Igor Plotnizki, der bei einem Bombenanschlag am Samstag verletzt wurde, sieht die Geheimdienste der Ukraine und der USA hinter dem Attentat. In einer Ansprache an die Bürger versicherte der 52-Jährige, er sei außer Lebensgefahr und werde bald wieder zur Arbeit zurückkehren.

    „Der Krieg ist noch nicht zu Ende. Hinter der ukrainischen Regierung stehen natürlich Geheimdienste der Vereinigten Staaten und diejenigen, die versuchen, die Situation in der Ukraine aufzuschaukeln“, sagte Plotnizki, der jetzt im Krankenhaus liegt, in einer Sprachnachricht auf seiner offiziellen Homepage. Er selbst sei wohlauf. „Jegliche Spekulationsversuche zu meinem Gesundheitszustand sind reine Störversuche ukrainischer Komplizen.“

    „Ich rufe alle dazu auf, Ruhe zu bewahren. Es ist nichts Ernstes geschehen. Die einzigen, die über meine Arbeitsunfähigkeit sprechen, sind Verräter und Feinde der Republik. Danke, ich werde bald wieder meine Arbeit aufnehmen können“, ergänzte Plotnizki.

    Nach bisherigen Ermittlungsergebnissen ist am Samstagmorgen eine Bombe nahe Plotnizkis Auto explodiert. Der 52-Jährige wurde daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert, befindet sich aber mittlerweile außer Lebensgefahr. Die Behörden der von Kiew abtrünnigen Region untersuchen mehrere Versionen des Tatherganges, darunter auch eine mögliche Verknüpfung zum ukrainischen Spionagedienst.

    In der ostukrainischen Kohleindustrieregionen Lugansk und Donezk (beide im Donezbecken) herrscht seit Frühjahr 2014 Krieg. Der Auslöser war der gewaltsame Umsturz vom Februar 2014 in Kiew, bei dem die ukrainische Opposition die Macht übernahm und eine von Nationalisten geprägte Übergangsregierung stellte. Die neue Regierung schickte Truppen gegen Donezk und Lugansk, weil diese den dubiosen Machtwechsel nicht anerkannt und zuerst mehr Selbständigkeit gefordert und dann unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

    Bei Gefechten zwischen der regulären Armee und nationalistischen Freiwilligenbataillonen auf der einen Seite und den lokalen Volksmilizen auf der anderen sind laut UN-Angaben mehr als 9.000 Menschen getötet worden. Rund 1,5 Millionen Einwohner flüchteten vor dem Krieg teils ins benachbarte Russland, teils in die zentrale und westliche Ukraine. Seit September gilt im Donbas eine Waffenruhe, die von beiden Seiten jedoch immer wieder verletzt wird.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Anschlag auf Auto von Republikchef Lugansk - Plotnizki schwer verletzt VIDEO
    Tags:
    Igor Plotnizki, Lugansk, Ukraine