17:39 19 Juni 2019
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    Türkei nach Putschversuch: Russen für Neutralität gegenüber Ankara – Umfrage

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    Normalisierung der russisch-türkischen Beziehungen (108)
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    Russland muss nach dem Putschversuch in der Türkei neutral bleiben, haben 67 Prozent der befragten Bürger bei einer Studie des Allrussischen Meinungsforschungszentrums WZIOM angegeben. 14 Prozent äußerten sich demnach für die Unterstützung des türkischen Präsidenten, mit der Opposition sympathisierten nur drei Prozent.

    In derselben WZIOM-Umfrage wollten 36 Prozent der Befragten die Beziehungen Russlands zur Türkei wieder in Gang bringen, wobei auch Vorwürfe teilweise zurückgenommen werden sollten. 39 Prozent gaben an, dass der Druck auf die türkischen Behörden verstärkt werden müsse, damit sie alle Forderungen Russlands erfüllen würden. 25 Prozent haben sich hierzu nicht geäußert.

    Hinter dem Putschversuch in der Türkei stehe das türkische Militär, meinten 19 Prozent der Befragten, 17 Prozent machten westliche Geheimdienste für den Umsturzversuch verantwortlich. 12 Prozent betrachten den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als Drahtzieher, weitere 12 Prozent die islamistischen Radikalen. Die übrigen 36 Prozent konnten keine mutmaßlichen Organisatoren nennen. 

    Mehr zum Thema: Erdogan findet Verwendung für Russland – Konflikt mit EU bringt Ankara Moskau näher

    Die türkischen Behörden wecken, so das Ergebnis der WZIOM-Studie, bei Russlands Bürgern hauptsächlich negative Gefühle: Misstrauen (24 Prozent), Enttäuschung (14 Prozent), Verurteilung (12 Prozent). Zehn Prozent bekundeten ihr Mitgefühl. 32 Prozent ist die türkische Führung gleichgültig.

    Die Ereignisse in der Türkei verfolgen demnach 60 Prozent der Bürger Russlands: „sehr aufmerksam“ 16 Prozent, „ab und zu“ 44 Prozent der Befragten.

    Die Umfrage wurde am 23. und 24. Juli unter 1600 Personen in 130 Ortschaften in 46 Regionen Russlands durchgeführt.

    Bei einer früheren Umfrage, durchgeführt am 2. und 3. Juli noch vor dem Putschversuch, hatten sich 71 Prozent der Bürger des Landes gegen eine sofortige Normalisierung der Beziehungen zur Türkei ausgesprochen. 

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    In der Nacht zum 16. Juli war in der Türkei ein Putschversuch unternommen worden, den die Behörden aber schnell unterdrückten. Jüngsten Angaben zufolge sollen bei den Zusammenstößen, die sich hauptsächlich auf Istanbul und Ankara konzentrierten, 246 türkische Bürger, die Putschisten nicht mitgerechnet, den Tod gefunden und mehr als 2100 Menschen Verletzungen erlitten haben.

    Medienberichten zufolge haben nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei rund 60.000 Menschen ihre Arbeit verloren. Betroffen seien Militärs, Polizisten, Richter, Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen sowie Staatsbedienstete.

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    WZIOM, Türkei, Russland